Zeitungen planen Antikrisen-Kampagne

Publishing Die deutschen Zeitungen planen für das kommenden Jahr eine große Werbekampagne. Das Budget soll dem Vernehmen nach bei mehreren Millionen Euro liegen. Hans-Joachim Fuhrmann vom Verlegerverband BDZV sagte dpa, die Branche wolle die Stärken der Zeitung als universales Qualitätsmedium stärker im Bewusstsein der Menschen verankern. Als Berater wirkt Grey-Chef Uli Veigel. Der forderte erst kürzlich beim BDZV-Kongress "Haltung, Relevanz und Ehrlichkeit" von Zeitungen.

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Veigel sieht die Zeitungen als "Sparringspartner-Marken" für ihre Leser. Mit anderen Worten: Die Titel sollen möglichst offen gegenüber ihren Nutzern und Kunden sein, für sie da sein, Lösungen anbieten, kurzum: stärker als bisher eine Beziehung zu ihren Lesern aufbauen. Leichter gesagt als getan. Zunächst müssen die Menschen freilich verstehen, dass Zeitungen diese Positionierung überhaupt haben.

Hier wird vermutlich die geplante Kampagne ansetzen. Fuhrmann sagte gegenüber dpa, vor allem solle die Kampagne Nichtleser erreichen. Ein hehres Anliegen in einer Zeit, in der manche Medienmanager Nichtleser bereits abgeschrieben haben. Die Kampagne soll neben Print und Plakat auch TV-Werbung und Kino umfassen. Wie genau die digitale Werbekampagne konzipiert wird, ist unklar. Genau über diese Schiene dürften aber vor allem Nichtleser angesprochen werden können.

Die Ankündigung der Kampagne fällt in eine Zeit der Negativmeldungen: Die Frankfurter Rundschau ist insolvent, die  letzte Ausgabe der FTD erscheint am kommenden Freitag, große Regionalblätter wie Berliner Zeitung, WAZ und Rheinische Post sparen. Die Verleger spüren, dass es höchste Zeit wird, etwas fürs Image zu tun. 

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