Vice-Magazin ist mit McAfee auf der Flucht

Publishing John McAfee ist nicht zu fassen: Am Montag ging die Nachricht durch die Medien, dass die Polizei in Belize den flüchtigen IT-Millionär verhaftet hätte. Doch offenbar handelte es sich um ein Double - ein gezieltes Ablenkungsmanöver des Mannes, den die Behörden wegen Mordverdachts suchen. Der 67-Jährige scheint putzmunter und ist in Begleitung. Das Jugendmagazin Vice ist mit ihm auf der Flucht. Oder war? Denn offenbar hat der Flüchtige die Redaktion in die Irre geführt. Und entschuldigt sich nun kryptisch.

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Was war passiert? Nun, die Einzelheiten bleiben im Verborgenen. Aber so viel ist bekannt: Das US-Magazin Vice verkündete am Montag recht stolz, dass man sich momentan mit McAfee auf der Flucht befinde. Kein Geringerer als der Chefredakteur Rocco Castoro und der Fotograf/Kameramann Robert King machten sich auf den Weg nach Belize. Castoro postete in Vorbereitung noch ein Bild von King auf Instagram.

Man wolle McAfee bis zum Ende seiner Reise begleiten, heißt es auf der Seite. "In den kommenden Tagen werden wir exklusives Material aus einer demnächst erscheinenen längeren Dokumentation, die Antworten auf viele noch offene Fragen liefern und einiges ins rechte Licht rücken wird, veröffentlichen."
Als Beweis, dass man auch wirklich mit dem richtigen John McAfee unterwegs sei, postete man auf der Webseite ein Bild, dass Castoro und einen gut gelaunten Flüchtigen zeigt. Doch jetzt kommt die Geschichte erst ins Rollen. Denn TheNextWeb veröffentlichte basierend auf den EXIF-Daten des Bildes den mutmaßlichen Standort des flüchtigen Millionärs. Man unterstellte Vice grobe Fehler bei der Veröffentlichtung. Denn laut der Bilddaten befindet sich McAfee in Guatemala.

Doch damit nicht genug: Nun erklärt McAffe in einem neuen Blogeintrag, dass er sich entschuldigen müsse. Er habe die Bilddaten absichtlich manipuliert und unter dem Vorwand eines Notfalls den Druck bei der Vice-Redaktion aufgebaut, das Foto zu posten. Damit haben er seine Spuren verwischen wollen. Während das US-Magazin nun auf seiner Webseite zugibt, keine Ahnung zu haben, was da eigentlich vor sich geht, geht der Millionär davon aus, dass die Redaktion vermutlich nicht mehr mit ihm arbeiten wollen würde.

Fest steht: Derzeit wirft die Geschichte mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt. Wie kam McAfee an die Rohdaten der Bilder des Vice-Fotografen und konnte sie manipulieren, um sie dann wiederum dem Magazin zuzuspielen? Wieso ist der Chefredakteur am Tag zuvor mit dem Millionär auf einem Foto zu sehen, während das Magazin einen Tag später erklärt, nicht zu wissen, was eigentlich vor sich geht? Und hat McAfee eventuell die Bilddaten gar nicht manipuliert und befindet sich tatsächlich in Guatemala?

All das liefert, vor dem Hintergrund eines mutmaßlich bezahlten Doubles, das sich derzeit in New Mexico befindet, jede Menge Stoff für neue Gerüchte. Und untergräbt die Glaubwürdigkeit des Flüchtigen umso mehr.

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