Techcrunch: Facebook will Whatsapp kaufen

Publishing Steht Facebook von der nächsten großen Firmenübernahme? Wie das US-Blog TechCrunch aus Insiderkreisen erfahren haben will, hat Facebook Gespräche mit Whatsapp geführt, die einen Kauf des Instant-Messengers vorbereiten sollen. Eine Übernahme könnte die Präsenz auf mobilen Geräten sicherstellen: Whatsapp hat Schätzungen zufolge zwischen 200 und 300 Millionen Nutzer. Experten diskutieren derweil, ob die unterschiedlichen Geschäftsmodelle der Dienste ein Hindernis oder einen Gewinn darstellen.

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Eine offizielle Bestätigung für die Verhandlungen liegt nicht vor – weder Facebook noch Whatsapp äußerten sich bislang zum Thema. Das für gewöhnlich gut unterrichtete Blog TechCrunch beruft sich auf "Quellen nah am Geschehen". Über einen möglichen Kaufpreis und die Frage, wie weit die Verhandlungen sind, kann das Blog keine Angaben machen. Man ist jedoch der Meinung, dass der Deal angesichts der Ausrichtung der Firmen durchaus Sinn machen würde. 
Whatsapp bietet einen Messaging-Service, quasi als SMS-Ersatz, für Handys an. Plattformübergreifend ist der Dienst für iOS, Android, Blackberry und Windows Phone verfügbar und zählt zu den beliebtesten Apps. Ein Kauf würde für Facebook Sinn ergeben, da das Netzwerk auf mobilen Geräten bislang nicht an den Erfolg seiner regulären Webseite anknüpfen kann. Der eigene Messanger kann bislang nicht mit Whatsapp und vergleichbaren Diensten mithalten.
Hinzu kommt in Europa Anfang 2013 der von den Telefon-Unternehmen unterstützte Start des SMS-Nachfolgers Joyn, der ähnlich funktionieren soll. Mit geschätzten 200 bis 300 Millionen Nutzern ist Whatsapp weiter verbreitet als die Foto-App Instagram. Ein Kauf würde für Facebook also womöglich ähnlich teuer. Für den Foto-Dienst zahlte das Social Network rund eine Milliarde Dollar. 
Unklar ist jedoch, wie Facebook Whatsapp integrieren könnte. Eine Verbindung mit dem eigenen Messenger würde die Frage aufwerfen, wie mit Nutzern umgegangen wird, die den jeweils anderen Dienst nicht nutzen. Wahrscheinlicher ist daher, dass Whatsapp, wie bereits Instagram, weiter als eigenständige App bestehen würde. 
Diskutiert wird im Rahmen einer möglichen Übernahme auch der unterschiedliche Finanzierungs-Ansatz der beiden Dienste. Während Facebook ganz auf Werbung setzt, sind die Macher von Whatsapp Anzeigen gegenüber kritisch eingestellt. Die Anwendung ist stattdessen kostenpflichtig, kostet je nach Betriebssystem entweder einmalig oder pro Jahr rund einen Euro. Ob diese verschiedenen Ansätze eher ein Hindernis oder ein Vorteil sein könnten, stößt bei den Kommentatoren auf unterschiedliche Meinungen. Jon Russell empfielt auf The Next Web zum Beispiel, Facebook solle lieber einen der kleineren Dienste aus Asien kaufen. 
Zu beachten ist auch, dass Whatsapp immer wieder in der Kritik von Datenschützern steht. Lange Zeit sendete der Dienst vollkommen unverschlüsselt, zudem würden Daten an US-Server weitergeleitet. Die gravierendste Sicherheitslücke besteht laut heise.de auch nach Updates noch immer: Mit nur geringem Aufwand lassen sich demnach Accounts übernehmen.

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