Murdoch stellt iPad-Magazin The Daily ein

Nicht nur alte Medien sterben: Rupert Murdoch stellt sein iPad-Magazin The Daily ein. Im Februar 2011 startete er die Tablet-Tageszeitung, um zu beweisen, dass man mit einem speziell für das iPad aufbereiteten Journalismus in der App-Ökonomie Erfolg haben kann. In einem ersten Statement erklärte Murdoch, dass man nicht schnell genug, genügend Leser finden konnte, um ein langfristiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Offiziell soll die Marke nicht gänzlich verschwinden. Allerdings wird die Redaktion aufgelöst.

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Der Chefredakteur von The Daily, Jesse Angelo, kehrt zur New York Post zurück und wird dort als Verleger fungieren. Laut Pressemitteilung von News Corp. sollen zudem einige Mitarbeiter zu dem New Yorker Boulevard-Blatt wechseln. Die letzte Ausgabe der Tablet-Zeitung soll am 15. Dezember erscheinen.
Murdoch plant jetzt die Post zu seinem neuen digitalen Flaggschiff aufzubauen. So geht er davon aus, dass die Tageszeitung aus Manhatten „weiter wachsen wird und im Web, im Mobil-Bereich und auf Papier stärker werden wird“.
Das Ende kommt nicht gänzlich überraschend. Denn erst im August hatte das Management 50 von 170 Stellen gestrichen. Damals waren fast ein Drittel aller Mitarbeiter betroffen.
Im Zuge der Einsparung wurde schon der Meinungsteil eingedampft und Content-Partnerschaften mit anderen Murdoch-Angeboten geschlossen. So sollte der Nachrichtensender Fox künftig die Sport-News liefern.
News Corp. hatte The Daily vor nicht ganz zwei Jahren mit großen Erwartungen gestartet. Die allein für Tablet-Computer und mittlerweile auch Smartphones konzipierte Tageszeitung sollte zum Vorzeigeprojekt einer Tageszeitung in digitalen Zeiten werden. Zur MEEDIA-"Blattkritik" zum Start von The Daily 2011 geht es hier.
Das Ende des ehrgeizigen Tablet-Projektes ist ein schlechtes Signal in der aktuellen Diskussion über die Zukunftsfähigkeit von Journalismus. Nach den Insolvenzen von dapd und Frankfurter Rundschau, der Einstellung der FTD, so wie den harten Sparrunden in anderen Verlagshäusern, konzentrierte sich die Suche nach Erfolgskonzepten vieler Beobachter und Kommentatoren immer stärker auch auf Online-Geschäftsmodelle. Mit dem Ende von The Daily werden die Zweifel an der Alltagstauglichkeit von Web- und Mobil-Angebot sicherlich steigen.

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