Amazon wird Buch-Verleger in Europa

Publishing Der E-Commerce-Riese Amazon expandiert mit seinem Verlagsgeschäft Amazon Publishing nach Europa. Von Luxemburg aus soll Amazon Publishing im kommenden Jahr starten. In Luxemburg sitzt auch die Europa-Zentrale des Online-Händlers. Amazon verlegt seit 2009 in den USA selbst Bücher - sowohl Print als auch E-Books - und hat seine Verlags-Aktivitäten seither deutlich ausgebaut. Welche Bücher in Europa in welchen Ländern auf den Markt kommen, ist noch unbekannt.

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In den USA startete Amazon 2009 mit der Verlagsreihe Amazon Encore, die zunächst nur Bücher verlegte, die nicht mehr erhältlich sind oder von viel versprechenden Self-Publishing-Autoren stammen. Später kamen weitere Verlagsreihen dazu, etwa für Mystery, Romance oder Science-Fiction- und Horror-Romane. In diesem Jahr hat Amazon einen Ableger seiner Verlags-Sparte in New York gestartet, die unter dem Namen New Harvest auch General-Interest-Bücher und Kinderbücher herausgibt.

In einem Memo des Amazon Vice Presidents Publishing, Jeff Belle, das PaidContent.org veröffentlichte, wird das neue Europa-Geschäft von Victoria Griffith geleitet, die bisher das Verlags-Stammgeschäft von Amazon in Seattle verantwortete. Die Personalie zeigt, dass es Amazon mit der Verleger-Tätigkeit in Europa ernst nimmt. Das gesamte US-Geschäft von Amazon Publishing wird künftig von Laurence J. Kirshbaum geführt. Der frühere Chef der Time Warner Book Group gilt als Urgestein der US-Buchbranche und war bei Amazon bisher nur für den Aufbau der Verlags-Dependance in New York zuständig.

Laut Belle will Amazon Publishing in Europa in einem ersten Schritt vor allem mehr englischsprachige Autoren auf den alten Kontinent bringen. Als E-Books für den Kindle geschieht dies bereits. Belle weist darauf hin, dass bereits zwölf englischsprachige Bücher der AmazonCrossing Reihe als E-Books auf Deutsch übersetzt wurden und es in die deutsche Kindle-Top-100-Liste schafften.

Hiesige Verlage dürften den Expansionsschritt von Amazon mit Argwohn betrachten. In den USA weigern sich die meisten traditionellen Buchhandelsketten, gedruckte Bücher aus Amazon-Verlagen zu verkaufen.

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