Börsenposse um angeblichen Google-Zukauf

Publishing Die Meldung klang durchaus plausibel: Die Übernahme des Drahtlos-Breitaband-Spezialisten ICOA für 400 Millionen Dollar durch Google – wäre ja denkbar. So schien es auch, als die Meldung kurz vor Handelseröffnung an der Wall Street über PRWeb, den üblichen Weg für Pressemitteilungen, zirkulierte. Nachrichtenagenturen wie die AP, aber auch US-Techportale übernahmen den Coup sofort ungefragt. ICOA und Google dementierten die Übernahme dann umgehend - die Google-Aktie notierte trotzdem im negativen Terrain.

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Es klingt wie eine Posse aus den Zeiten des Neuen Marktes: Ein Gerücht in die Welt setzen, das einen Pennystock betrifft – die Aktie hebt an, dann erweist sich das Gerücht als Ente. Der Gerüchtestreuer wird mit seiner "Pump-and-Dump"-Taktik reich – oder wandert ins Gefängnis.

Wer hinter den Geschehnissen steckt, die gesterm um den Anbieter Drahtlos-Technologien-Anbieter ICOA rankten, ist bislang ungeklärt. Fest steht nur: Der Pennystock ICOA, der exakt bei 0,0001 Dollar notiert, hob kurz nach Handelseröffnung plötzlich um 400 Prozent ab. Sowohl die AP, als auch Techcrunch und der Business Insider, aber auch deutschsprachige Medien wie derStandard.at hatten über eine 400 Millionen Dollar-Übernahme berichtet.

Sofortiges Dementi vom ICOA-CEO: „Das ist NICHT wahr“

Dumm nur: Weder Google noch ICOA wussten von dem Deal – und dementierten umgehend. "Das ist NICHT wahr", erklärte ICOA-CEO George Strouthopulos gegenüber Techcrunch: "Wir hatten nie irgendwelche Diskussion mit potenziellen Käufern, das ist absolut falsch."

"Ich glaube vielmehr, jemand mit dubiosen Interessen hat die Informationen in PR-Kreise gestreut",, so der ICOA-CEO. Google dementierte ebenfalls umgehend gegenüber dem Tech-Blog AllThingsD.  

Falschmeldung durch Diebstahl der Identität

Bleibt die Frage, wie es zum Übernahme-Hoax kam. Der Dienstleister PRWeb, über den die Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gelangte, spricht von einem Diebstahl der Identitäten. "Wir haben eine Pressemitteilung erhalten, die nicht von ICOA herausgegeben oder autorisiert war. Trotz unserer Sicherheitsvorkehrungen kann der Identitäts-Diebstahl immer wieder vorkommen."

Welche Folgen die Falschmeldung am Ende juristisch haben wird, bleibt offen. Die Aktie von ICOA-Aktie gab im Handelsverlauf wieder alle Gewinne ab – Google selbst tendierte negativ und verlor ein Prozent an Wert, das auch nach Rücknahme der Falschmeldung nicht wieder aufgeholt wurde.  

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