Formel 1-Trend: RTL verliert, Sky gewinnt

Fernsehen Die spannende Endphase der Formel-1-Saison hat Schlimmeres verhindert: Dank Traumquoten in Abu Dhabi, Texas und vor allem den 10,62 Mio. Zuschauern am Sonntag in Brasilien gab es keinen neuen Saison-Minusrekord für RTL. Mit 5,55 Mio. Zuschauern wurde die Zahl aus 2011 (5,88 Mio.) zwar nicht erreicht, dafür wurden die Jahre 2008 und 2009 aber getoppt. Positiv verlief die Saison für Sky: Die meisten Rennen lagen über den Zahlen der Saison 2011.

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Noch bis zum Grand Prix in Japan, dem 14. Rennen der Saison, steuerte die Formel 1 bei RTL auf einen neuen Zuschauer-Tiefpunkt zu, nahm Kurs auf einen Durchschnitt von 5 Mio. Fans und damit den schwächsten Wert seit 1994. Alle 13 Rennen, deren Zahlen mit denen aus 2011 vergleichbar waren – ein Rennen in Bahrain gab es 2011 nicht – lagen unter den Quoten des Vorjahres. Vor allem die drei letzten Rennen in Abu Dhabi, den USA und Brasilien haben das aber doch noch verhindert. Mit 5,55 Mio. Zuschauern war die Saison 2012 nun immerhin erfolgreicher als die Jahre 2008 und 2009.

Damals befand sich die Rennserie bei RTL schon einmal auf dem Weg nach unten, verlor in nur vier Jahren von 2004 bis 2008 im Durchschnitt mehr als 3 Mio. Fans pro Rennen. Aus 8,46 Mio. Zuschauern 2004 wurden 5,14 Mio. Die Zahlen der Rekord-Saison 2001, als im Durchschnitt 10,52 Mio. Fans bei RTL zusahen, wurden sogar halbiert. 2010 gab es dann aber wieder einen Aufschwung – Publikumsmagnet Michael Schumacher kehrte zurück und mit Sebastian Vettel gab es einen neuen deutschen Weltmeister.

Die 6,29 Mio. aus 2010 konnten aber wieder nicht gehalten werden. Trotz zweier weiterer Weltmeisterschaften von Sebastian Vettel lagen die Zuschauerzahlen aus 2011 und 2012 (5,88 Mio. und 5,55 Mio.) wieder unter denen der jeweils vorigen Saison. Die komplizierteren Regeln dürften einen Beitrag zu dieser Entwicklung geleistet haben, die immer größer werdende Zahl an Rennen womöglich auch – und die Strahlkraft eines Sebastian Vettel ist eben auch nicht die gleiche wie die eines Michael Schumacher auf dem Zenit seiner Karriere vor einigen Jahren.

Die drei Rennen in Abu Dhabi, Texas und Brasilien haben am Ende der Saison 2012 aber doch noch einmal gezeigt, welche Zuschauermassen die Formel 1 weiterhin anlocken kann. Sie zeigen aber auch, wann solche Massen zuschauen. Nämlich dann, wenn es spannend zugeht, wenn direkte Duelle die WM entscheiden und nicht komplizierte Regeln.

Positiver verlief die Saison von Beginn an bei Sky – natürlich auf deutlich geringerem Zuschauerniveau. Obwohl der Pay-TV-Anbieter Geld bei der Vor- und Nachberichterstattung spart, sahen fast alle Rennen bei Sky 2012 mehr Fans als noch 2011. Ein kompletter Vergleich der beiden Saisons ist zwar nicht möglich, da die offiziellen Sky-Quoten erst seit dem 1. April 2011 gemessen werden, der Saison-Durchschnitt von 360.000 Zuschauern und die tolle Zahl von 610.000 am Sonntag in Brasilien sind aber neue Rekordwerte. Einer weiteren Saison Formel 1 bei Sky sollte also eigentlich nichts im Wege stehen.

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