Filmumsätze seit Mega-Upload-Aus gesunken

Publishing Ein Sieg, der keiner war: Mit der Abschaltung der Filesharing-Plattform Megaupload und der strafrechtlichen Verfolgung seines Gründers Kim Schmitz alias Kim Dotcom sollten die Machtverhältnisse in Hollywood wieder gerade gerückt werden. Doch eine Studie der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität und der Copenhagen Business School kommt zu dem Ergebnis, dass die Umsätze der Filmbranche seit dem Megaupload-Aus gesunken sind. Vor allem kleinere Filmproduktionen seien von der Stilllegung betroffen.

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Um das herauszufinden, analysierte ein Team die Umsätze von 1344 Filmen in 49 Ländern über einen Zeitraum von fünf Jahren. Demnach seien die Einnahmen vieler Kinofilme seit der Abschaltung von Megaupload erheblich zurückgegangen. Die Leiter der Studie, Christian Peukert und Jörg Claussen, machen dafür das Fehlen der nötigen Mundpropaganda verantwortlich. Denn während bei Blockbustern, die mit hohen Werbespendings bekannt gemacht wurden, kaum Umsatzeinbrüche spürbar sind, leiden offenbar vor allem kleinere Filmproduktion an der fehlenden Vorab-Reichweite.

“Wir haben herausgefunden, dass die Abschaltung einen negativen Effekt, ja sogar einen signifikanten Effekte auf die Umsätze an den Kinokassen hatte”, heißt es in der Zusammenfassung der Studie. "Dieses unerwartete Ergebnis stützt die These, nach der Filesharing Netzwerkeffekte nutzt, um Informationen von Nutzern mit geringem bis gar keinem Bedürfnis zu zahlen an Informationen mit hoher Bezahl-Willigkeit weiterzutragen."

Demnach scheint dieser Effekt umso größer, je kleiner das Zielpublikum des Films ist. Stärker betroffen von Kannibalisierungseffekten seien hingegen Blockbuster. Es ist nicht die erste Studie, nach der Filesharing die Mundpropaganda verstärkt. Im Oktober sorgte eine Studie des Institut American Assembly der Columbia University für Aufsehen, nach der aktive Filesharer mehr Geld für Musik ausgeben als Menschen, die nicht illegal Musik im Internet herunterladen. Demnach haben Filesharer in Deutschland durchschnittlich 3917 Musiktitel lokal abgespeichert, von denen 2050 kostenfrei aus legalen Angeboten heruntergeladen wurden.    

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