FTD-Aus: 364 Mitarbeiter sind betroffen

Publishing Jetzt ist es offiziell: Gruner + Jahr stellt die Financial Times Deutschland ein, die letzte Ausgabe erscheint am 7. Dezember. Die Wirtschaftsmagazine Capital und Business Punk werden vom Standort Berlin aus weitergeführt. Erhalten bleibt auch die Corporate Publishing Sparte Facts & Figures. Für Börse Online und Impulse werden nun Käufer gesucht, auch ein Management Buy Out gilt als möglich. Von den Maßnahmen der G+J Wirtschaftsmedien betroffen sind insgesamt 364 Mitarbeiter.

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Bei den G+J Wirtschaftsmedien in Hamburg fallen 258 Stellen weg, 42 Stellen werden in der Außenredaktion am Finanz-Standort Frankfurt gestrichen, 14 in weiteren Außenbüros. Wegen der Schließung fallen auch Stellen in Vermarktung und Vertrieb weg, die bisher für die FTD und die Wirtschaftsmedien zuständig waren. Bei Media Sales, dem Deutschen Presse Vertrieb und Corporate Services sind dies insgesamt 50 Stellen. Mit den betroffenen Mitarbeitern und den Betriebsräten soll nun ein Sozialplan verhandelt werden.

Capital soll nach Berlin umziehen und dort mit neuem Konzept und einer stärker wirtschaftspolitischen Ausrichtung fortgeführt werden. Wirtschaftsmedien-Chefredakteur Steffen Klusmann wird Capital zumindest während der Übergangsphase weiter leiten. Auch das jünger positionierte Wirtschaftsmagazin Business Punk soll von Berlin aus fortgeführt werden. G+J-Deutschland Chefin Julia Jäkel, die die FTD in ihrer Startphase begleitete und dort u.a. die Beilage “how to spend it” in Deutschland einführte, sagte: “Es geht ein bedeutendes Kapitel deutscher Publizistik zu Ende. Gruner + Jahr und seine Gesellschafter haben sich zwölf Jahre lang mit Leidenschaft und Ausdauer für diesen Titel stark gemacht. Die Financial Times Deutschland verkörpert herausragenden, vielfach preisgekrönten Journalismus.“

Das Aus begründet Jäkel nun mit dem Druck unter dem Tageszeitungen besonders im Wirtschaftssegment stünden. Sollten die Verkaufs-Gespräche für Impulse und Börse Online zu keinem Ergebnis führen und auch kein Management Buy-Out möglich sein, so würden auch diese Titel wegen fehlender wirtschaftlicher Perspektive eingestellt. Nicht die besten Bedingungen für einen erfolgreichen Verkauf. Gruner + Jahr erklärt, man habe sich bis zuletzt intensiv aber ohne Erfolg bemüht, einen Käufer für die FTD zu finden. Eine Fortführung als Online-Titel hatte der Verlag erwogen, jedoch “nach ausgiebiger Prüfung dafür keine Chance auf Erfolg gesehen”.

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