Berliner Verlag lockt mit hohen Abfindungen

Publishing Die Insolvenz der Frankfurter Rundschau hat womöglich Auswirkungen auf die Berliner Zeitung: Wie der Berliner Verlag gegenüber MEEDIA bestätigte, leitet man eine Aktion zum Stellenabbau ein. Dabei sollen Mitarbeiter zum freiwilligen Verlassen ihrer Stellen bewogen werden. Der Verlag bietet dazu 10.000 Euro Abfindung plus 150 Prozent eines Bruttomonatsgehalts pro Jahr der Betriebszugehörigkeit. Allerdings sind auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen.

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Damit geht das Model über den Tarifsozialplan hinaus. Die dort festgeschriebene Höchstsumme von 120.000 Euro müsse demnach nicht das Maximum sein. Mitarbeiter, die das Angebot annehmen wollen haben jedoch nur bis zum 3. Dezember Zeit dazu. "Nicht auszuschließen" sei zudem, dass es über das Abfindungsmodell hinaus betriebsbedingte Kündigungen geben werde.
Der Berliner Verlag ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von M. DuMont Schauberg und dem Heinen-Verlag. Auch die Frankfurter Rundschau gehört zur Hälfte zu M. DuMont Schauberg. Im Oktober wurde bereits berichtet, dass Joachim Türk, der ehemalige Chefredakteur der Rhein-Zeitung, die Berliner Zeitung berate. Damals machte auch das Gerücht die Runde, man untersuche wie sich eine zu dem Zeitpunkt noch drohende Pleite der Frankfurter Rundschau auf die Berliner Zeitung auswirken könnte.
Die beiden Blätter arbeiten zum Teil in Rahmen einer Redaktionsgemeinschaft zusammen. Doch auch unabhängig von der FR ist die Berliner Zeitung in Schwierigkeiten. Im zweiten Quartal dieses Jahres sank die Zahl der Abonnenten unter die Grenze von 100.000. Im drittel Quartal lag sie nur noch bei 99.185. Auch der Einzelverkauf sank in den vergangenen Jahren. Der Gesamtverkauf aus Abonnement und Einzelverkauf fiel seit dem dritten Quartal 2009 von 159.194 Exemplaren auf die Zahl von 131.691.

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