135% Plus: das unglaubliche AOL-Comeback

Totgesagte leben länger: Drei Jahre ist es her, als AOL seine endgültige Abspaltung von TimeWarner vollzog und zum zweiten Mal an die Börse strebte. Der Turnaround-Versuch des Ex-Googles Tim Armstrong sah zunächst kläglich aus: Der Internet-Dino verbrannte schneller Geld als selbst Pessimisten erwartet hatten. Doch seit einem Jahr scheint sich eine schier mirakulöse Trendwende abzuzeichnen: AOL verzeichnete wieder steigende Werbeerlöse – und haussiert an der Börse wie keine andere Internetaktie.

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Totgesagte leben länger: Drei Jahre ist es her, als AOL seine endgültige Abspaltung von TimeWarner vollzog und zum zweiten Mal an die Börse strebte. Der Turnaround-Versuch des Ex-Googles Tim Armstrong sah zunächst kläglich aus: Der Internet-Dino verbrannte schneller Geld als selbst Pessimisten erwartet hatten. Doch seit einem Jahr  scheint sich eine schier mirakulöse Trendwende abzuzeichnen:  AOL verzeichnete wieder steigende Werbeerlöse – und haussiert an der Börse wie keine andere Internetaktie.

Das Börsenjahr neigt sich auf die Zielgerade: Fünf Wochen noch – dann ist auch 2012 Geschichte. Der Gewinner unter den Internetaktien dürfte indes schon fest stehen: Nicht Google konnte Aktionäre mit dem mickrigen Plus von bislang nur vier Prozent verzücken, und auch Amazon und eBay werden sich die Krone für die beste Internetaktie 2012 kaum aufsetzen können – beachtliche Zuwächse von bislang 35 bis 60 Prozent reichen nicht.

Der Dotcom-Börsenchampion des Jahres ist ein wahrlich ein alter Bekannter, den wohl kaum einer mehr auf der Rechnung hatte – AOL! Tatsächlich: Das jahrelang kriselnde Webportal, das vor drei Jahren nach der endgültigen Loslösung von Time Warner zum zweiten Mal an die Börse strebte, liegt seit Januar um sage und schreibe 135 Prozent vorne! Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen vor zwei Wochen waren es sogar bereits 160 Prozent.

AOL-Turnaround: Wertsteigerung von 200 Prozent in nur 15 Monaten

So furios das Comeback erscheint – kaum einer bekommt ihn mit. Dabei hat Ex-Google-Topmanager Tim Armstrong sein Turnaround-Versprechen eingelöst und Aktionären im Zuge des zweiten IPOs tatsächlich eine Wertsteigerung beschert, nach der es vor rund einem Jahr noch überhaupt nicht aussah.

Im Gegenteil: Im Spätsommer des vergangenen Jahres schien beim Internet-Dino gar nichts mehr zu gehen – die Aktie verlor binnen weniger Handelstage 40 Prozent und stürzte bis auf 13,50 Dollar. Nach Bekanntgabe des jüngsten Zahlenwerks vor zwei Wochen notierte AOL plötzlich wieder bei 44 Dollar – mehr als eine Verdreifachung binnen nur 15 Monaten.

Patentverkauf und Sonderdividende befeuert Börsenrausch

Worin liegen nun die Ursachen des schier mirakulösen Turnarounds? Tatsächlich hat sich das Kerngeschäft stabilisiert: Die Werbeerlöse zogen im Oktober-Quartal immerhin um sieben Prozent 7 auf 340 Millionen Dollar an und konnten damit den Rückgang im Internet-Zugangsgeschäft kompensieren und die Gesamterlöse damit bei 532 Millionen Dollar stabil halten.

Treiber der jüngsten Kursentwicklung war aber nicht zuletzt der Verkauf von 800 Patenten an Microsoft in der ersten Jahreshälfte für eine Milliarde Dollar. Angesichts eines Börsenwerts von nur drei Milliarden Dollar scheint ein Faktor der Kursexplosion damit gefunden. CEO Time Armstrong kündigte daraufhin ein Aktienrückkaufprogramm und die Ausschüttung einer Sonderdividende in Höhe von 5,15 Dollar, die Mitte Dezember fällig wird. 

Ob AOLs triumphaler Turnaround danach 2013 weitergehen kann, wird von US-Medien indes bezweifelt: "Es wird schwer, AOLs Party am Laufen zu halten", ist etwa das Wall Street Journal skeptisch.

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