Facebook: Seiten-Reichweite stark gesunken

Publishing Seitenbetreiber auf Facebook wissen es schon seit Längerem, doch netzwerkübergreifende Zahlen fehlten bislang: Die Reichweite von Facebook-Seiten ist seit einigen Monaten sukzessive gesunken, Unternehmen und Redaktionen erreichen weniger Nutzer als zuvor. Kritiker vermuteten dahinter eine gezielte Eindämmung der Sichtbarkeit seitens Facebook, um Seitenbetreiber zum Kauf sogenannter Promoted Posts zu bewegen. Doch offenbar denkt das Unternehmen vorrangig an die Nutzer.

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Die Social-Media-Agentur We Are Social hat dazu rund einen Monat lang rund 41.000 Einträge von 274 Seiten beobachtet. Die bittere Erkenntnis für Seitenbetreiber: Im Durchschnitt hatten Fanpages rund 40 Prozent ihrer Reichweite eingebüßt. Ergänzend berichtet die Webseite EdgeRank Checker, dass zwischen September und Oktober die Reichweite für geteilte Videos, Fotos und Links nachgelassen hat. Die Reichweite für reine Statusmeldungen hingegen nahm leicht zu.
Eine Diskussion in der Social-Media-Szene entbrannte, in der man nach Ursachen für den Reichweitenverlust suchte. Dangerous Minds vermutete dahinter eine gezielte Verknappung, um Seitenbetreiber von den sogenannten Sponsored Posts zu überzeugen. Diese erlauben es einer Fanpage, die Reichweite eines Eintrags gegen Bezahlung zu erhöhen. TechCrunch hielt dagegen, dass das Social Network lediglich seinen Spamfilter überarbeitet hätte. Die Fanpage-Studie stützt nun zumindest dieses Argument, wenn auch eine Aussage seitens Facebook weiterhin im Raum steht.
Fakt ist: Eine Facebook-Seite erreichte noch die hundert Prozent ihrer Fans. Dafür sorgte schon immer unter anderem der EdgeRank, ein Algorithmus, mit dem das Social Network Ordnung in die Flut von Statusmeldungen der Freunde, Freundesfreunde und Seitenbetreiber bringt. Wer in seiner Timeline die “Hauptmeldungen”-Ansicht aktiviert hat, dem schlägt das Netzwerk Einträge vor nach Faktoren wie Affinität, allgemeine Beliebheit in der Community und der Anzahl von gelikten Seiten und Freunden eines Nutzers. Nun sieht es danach aus, als ob Facebook die Filtermethoden verschärft hat. Mit einen interessanten Effekt: Obwohl die absolute Reichweite gesunken ist, blieb das Engagement der Nutzer nahezu gleich.
Daraus lässt sich nur ein Schluss ziehen: Facebook hat zumindest aus Nutzersicht an den richtigen Stellschrauben gedreht. Offenbar erreichen die Postings von Facebook-Seiten weiterhin die Nutzer, für die die Einträge tatsächlich von Belang sind, während inaktive Nutzer die Beiträge gar nicht mehr oder nur noch sehr selten angezeigt bekommen.
Was können Seitenbetreiber tun, um gegen die sinkende Reichweite anzukämpfen? Robin Grant, Global Managing Director bei We Are Social, rät zu mehr Besonnenheit: "Fokussieren Sie sich auf qualitativ hochwertigen Content. Posten Sie nicht so häufig und stopfen Sie Ihre Fans nicht mit ihrem Marketing voll. Seien Sie unterhaltsam und informativ." Der Blick in die Analysetools sei außerdem unverzichtbar.

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