Werbemarkt: Spiegel überholt stern und BamS

Publishing Spannende Entwicklung in der Nielsen-Anzeigenstatistik: Erstmals führt nicht der stern oder die Bild am Sonntag das Ranking an, sondern Der Spiegel. Durch immer größer werdende Verluste beim Brutto-Werbeumsatz ist der stern, Dauer-Führender der vergangenen zehn Jahre, auf Platz 3 gerutscht. Insgesamt läuft das Jahr 2012 für die Zeitschriftenbranche nicht gut: 14 der Top-50-Titel liegen unter dem Vorjahr. Erstmals zeigt MEEDIA auch die Top Ten der Verlage - auch hier überwiegen die roten Zahlen.

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So eng sah es an der Spitze des Nielsen-Rankings seit Langem nicht mehr aus: Der Spiegel führt erstmals seit mindestens 2004 – länger reicht unser Archiv nicht zurück – die Tabelle an, mit 100,45 Mio. Euro Brutto-Werbeumsatz vor der Bild am Sonntag mit 99,89 Mio. und dem stern mit 99,31 Mio. Der Spiegel, vor einem Monat noch die Nummer 3, hat die beiden anderen nicht deswegen überholt, weil er sich positiv entwickeln würde, er verlor nur weniger als BamS und stern. Vor allem der stern verzeichnet derzeit massive Umsatz-Einbrüche. So lagen September und Oktober jeweils 25% bis 30% unter den jeweiligen Monaten des Jahres 2011. Im Gesamtjahr hat sich der Rückgang damit schon auf 18,10 Mio. Euro bzw. 15,4% aufgetürmt.

Auf Platz 4 folgt weiterhin der Focus, der mit einem Plus von 5,7% zu den wenigen Gewinnern der Statistik gehört. In den Monaten September und Oktober ging es aber auch hier bergab. Weitere Gewinner innerhalb der Top 25 sind das Supplement rtv, die Auto Bild, InStyle, TV Digital und Sport Bild. Am deutlichsten nach unten ging es prozentual gesehen neben dem stern vor allem für die Bild der Frau, TV Movie und die Für Sie.

Ähnlich die Situation auf den Rängen 26 bis 50. Auch hier überwiegen die Verlierer. Am deutlichsten traf es hier die Computer Bild, Eltern und Petra, die jeweils mehr als 15% des Vorjahres-Umsatzes einbüßten. Um mehr als 15% nach oben ging es hingegen für prisma, Grazia und InTouch.

Die Top Ten der Gewinner des bisherigen Jahres führt der Focus knapp vor der West-Ausgabe von prisma an. Neu in der Top Ten dabei ist Women’s Health, dessen Wahnsinns-Plus von 242,1% allerdings auch dadurch zustande kommt, dass 2012 die Erscheinungsweise deutlich nach oben gesetzt wurden und damit logischerweise auch mehr Anzeigen erschienen sind.

Unter den zehn großen Verlierern finden sich nach absoluten Zahlen gerechnet vor allem große, umsatzstarke Titel. Alle zehn finden sich im Gesamt-Ranking auf den Rängen 1 bis 25. Die meisten Euro-Millionen büßte dabei mit großem Abstand der stern ein, dahinter folgen Bild am Sonntag und Bild der Frau, aber auch die neue Nummer 1 Spiegel belegt einen Platz in der Absteiger-Top-Ten.

Erstmals hat MEEDIA aus den Zeitschriften-Werbeumsätzen auch ein Ranking der Top-Verlage errechnet. Inklusive der Mehrheitsbeteiligungen wie der Motor Presse führt hier Gruner + Jahr die Tabelle an – mit 514,63 Mio. Euro. Mit etwas Abstand folgen dahinter die anderen drei großen Zeitschriftenhäuser Burda, Springer und Bauer. Insgesamt finden sich die meisten Verlage in einem Verlust-Korridor zwischen 4,9% und 8,0%. Es gibt aber drei Ausnahmen: Burda und die rtv media group liegen sogar über ihren Zahlen aus 2011. Bei Burda lag das auch am Nielsen-Neuzugang freundin Donna, ohne den es ein 1,0%-Minus in der Burda-Bilanz gäbe. Deutlicher als die anderen Unternehmen verlor der Jahreszeiten Verlag, nämlich 14,0%. Fast alle Titel des Verlags büßten Werbeumsatz ein, besonders viel Für Sie, Petra und Der Feinschmecker.

Wie immer muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Titel und den Werbedruck sind sie dennoch.

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