Ärger um Kinderzeitungs-Plagiat

Publishing Hat die Schwäbische Post bei der Verlagsgruppe Rhein-Main geklaut? Das behaupten die Macher von Kruschel auf ihrer Facebook-Seite. Kruschel ist die Kinderzeitung der Verlagsgruppe, die mittlerweile immer Samstags erscheint und aus einer Kinderseite der Zeitungsgruppe hervorgegangen ist. Die neue „Kinderpost“ aus Schwaben weißt tatsächlich große Ähnlichkeiten auf. Doch der Vorwurf geht noch weiter.

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Wie die Kruschel-Macher auf ihrer Facebook-Seite berichten habe man Gespräche mit der Schwäbischen Post über eine Kooperation und über Lizenzierungen geführt. "Die Kollegen der Schwäbischen Post waren auch bei uns im Haus, um sich im Detail zu informieren. Um die technische Umsetzbarkeit und internen Abläufe im eigenen Haus prüfen zu können, wurden ihnen zahlreiche Daten und Dateien zur Verfügung gestellt", heißt es im entsprechenden Facebook-Post. Einen weiteren Termin habe es jedoch nicht gegeben. Wegen "technischer Schwierigkeiten" habe der Gesprächspartner kurzfristig abgesagt und mitgeteilt, dass man nicht weiter an einer Lizenz interessiert sei.
Entsprechend ärgerte sman sich offenkundig bei der Verlagsgruppe Rhein-Main, als die Kinderpost der Schwaben erschien und starke Parallelen zu Kruschel aufweist. Das Facebook-Posting schließt mit "So platt zu kopieren geht gar nicht."

In einem Facebook-Posting beklagt man die offensichtliche Ähnlichkeit (Screenshot)
Bis zu einer Reaktion dauerte es etwa fünfeinhalb Stunden. Dann schrieb Wolfgang Grandjean aus dem Verlag der Schwäbischen Post: "Entschuldigung aus Aalen!" Es sei "ein großer Fehler passiert, der – gelinde gesagt – echt blöd war". Grandjean schreibt: "Nachdem wir uns zu Beginn graphisch ganz bewusst ganz stark an Kruschel angelehnt haben, um den vorgesehenen Austausch der Daten zu gewährleisten, haben wir die übernommenen Gestaltungselemente nicht mehr geändert als klar war, dass wir alle Texte selber schreiben und die Seiten selbst gestalten."
Das man das gleiche Aufmacher-Thema habe sei jedoch Zufall. Die ähnlichen Rubriken ergäben sich aus der Zielgruppe. Aber: "Sowohl inhaltlich wie auch in der Vermarktung gehen wir eigene Wege." 
Grandjean schreibt auch, warum man nicht kooperiert habe. Man habe zunächst Gespräche mit Kruschel, der Kleinen Kinderzeitung in Graz und anderen geführt und "tolle Tipps" bekommen. Eine Kooperation habe aber wegen unterschiedlichen Redaktionssystemen nicht geklappt: "Alles müsste ein zweites Mal angefasst werden, auch Bilder, die weitestgehend von den üblichen Agenturen stammen, müssten ein zweites Mal gekauft und neu eingesetzt werden. Also haben wir uns entschlossen, alle Texte selbst zu machen." Die Gestaltungselemente werde man nun ändern. 

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