Guter Rat: Wie die taz die FR retten würde

Publishing Ein toller Service für Medienjournalisten: Weil es der taz-Verlagsgeschäftsführer Karl-Heinz Ruch nach der Insolvenz der Frankfurter Rundschau leid war, fragenden Journalisten das erfolgreiche Genossenschaftsmodell seiner Tageszeitung zu erklären, hat er ein Blogposting verfasst, indem er „ungefragt“ seiner Vorschläge unterbreitet, wie man der FR helfen könnte. Tatsächlich könnte das Konzept funktionieren. Selbst wenn es M. DuMont Schauberg alleine stemmt.

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Grundsätzlich hält Ruch den Insolvenzantrag schon einmal für einen „Befreiungsschlag“. „Man konnte ja schon nicht mehr mit anschauen, in welchen Unsummen da jedes Jahr Geld verbrannt wurde, um etwas, ja was eigentlich, am Leben zu erhalten. Die Insolvenz bietet nun eine gute Möglichkeit, alles neu zu ordnen“, bloggt er.

Über das „wie“ dieser Neuordnung hat der taz-Manager eine sehr klare vorstellen. Als erstes würde er sich von dem Druckhaus in Neu-Isenburg trennen. Dieses würde für eine neue FR nicht mehr gebraucht werden.

Als zweites schlägt Ruch eine neuerliche Umstellung des Formates vor. „Man könnte endlich weg von dem blöden Tabloidformat, das das Lesen der FR in Frankfurt mit mehreren lokalen und regionalen herauszunehmenden Zeitungsteilen zum Akrobatikakt macht.“ Stattdessen sollten die Frankfurter im Rheinischen Format drucken. Das würde die Zusammenarbeit mit der Berliner Zeitung erheblich vereinfachen. Die Mantelseiten müssten nicht mehr doppelt gelayoutet und redigiert werden.

Die wichtigste Änderung wäre allerdings eine Konzentration auf die Region. Nach Meinung des Verlagsgeschäftsführers müsse die FR einen regionalen Führungsanspruch entwickeln. Auf der Strecke bliebe dann allerdings der überregionale Vertrieb. Das sei sowieso zu teuer, koste viel Zeit und führe zu unverhältnismäßig starken redaktionellen Restriktionen.

Auch auf die Gretchenfrage hat der Berliner eine klare Antwort: „Rechnet sich so eine neue FR?“. Nach Meinung des knapp kalkulierenden taz-Kassenwartes müsste man alleine mit den rund 65.000 Abonnenten „schon ziemlich weit kommen“.

Tatsächlich geht Ruch davon aus, dass man zur Rettung der FR keine Genossenschaft braucht, sondern das „DuMont das alleine kann“. „Die SPD muss da raus. Sie war ja ohnehin nur so etwas wie ein Lebensretter und stiller Gesellschafter, der jedes Jahr Millionen draufzahlte. Für den Ruf einer unabhängigen Zeitung ist das ja noch schlimmer als eine SPD, die als Gesellschafter eine anständige Rendite erzielt.“

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