Sky greift nach den schwarzen Zahlen

Fernsehen Der Bezahlsender Sky Deutschland hat einmal mehr erstaunlich gute Zahlen vorgelegt. In den ersten neun Monaten des Jahres wuchs der Umsatz um 18 Prozent auf 976 Mio. Euro, der operative Gewinn (EBITDA) übersprang im Neun-Monatszeitraum mit 1 Mio. Euro die Profitabilitätsgrenze (Vorjahreszeitraum: -97 Mio Euro). Und die Zahl der Abonnenten wuchs im dritten Quartal um 12 Prozent auf 3,21 Mio. Sky-Deutschland-Chef Brian Sullivan hat alles richtig gemacht.

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Manchmal leben Totgesagte tatsächlich länger. Als der frühere Premiere-Chef Georg Kofler mit zahlreichen Karteileichen und stark verbilligten Lock-Angeboten dem neuen Mehrheitseigentümer Rupert Murdoch bei Deutschlands einzigem großen Pay-TV-Sender einen Scherbenhaufen hinterlassen hatte, hätte kaum jemand noch einen Pfifferling auf Pay-TV in Deutschland gewettet. Auch der Neustart mit dem Kurzzeit-Chef Mark Williams war keine Glanzstunde.

Die Wende kam, als der US-Amerikaner Brian Sullivan mit hemdsärmeligem Optimismus Sky Deutschland übernahm und umkrempelte. Seither wurde der Kundenservice von Sky immer weiter verbessert, es gibt attraktive Receiver mit Festplatte für zeitversetztes Fernsehen, Serien- und Filmfans finden ein übervolles Angebot und an Sportrechten hat Sky sowieso fast alles, was geboten werden kann – vor allem Fußball satt.

Der Lohn der Mühe und der Investitionen: das zweite positive Quartals-EBITDA hintereinander. Im 3. Quartal 2011 machte Sky noch 18,6 Mio. Euro operativen Verlust, im 3. Quartal dieses Jahr 18,6 Mio. operativen Gewinn. Und sogar in der Neun-Monats-Bilanz steht der Sender nun mit einer Million Euro operativ im Plus. Die Abonnenten-Zahlen wachsen ständig und auch der Umsatz pro Kunde klettert. Sky weitet das Angebot an HD-Sendern und das mobile Angebot Sky go aus. Seit kurzem kann man damit auf iPhone und Co. auch die 2. Fußball-Bundesliga sehen, ein spezielles Sky go-Angebot für Kinder ist angekündigt.

Ein wichtiger Baustein ist auch das Angebot Sky+, bei dem die Kundschaft hochwertige Festplatten-Receiver bekommt. Ein neues Gerät mit satten zwei Terabyte Speicherplatz ist angekündigt. Für Freunde des zeitversetzten Fernsehens ist Sky somit erste Adresse. Für 2013 stellt Sullivan ein positives EBITDA fürs Gesamtjahr in Aussicht. Für 2012 wird das vermutlich nicht klappen. Grund: Durch den um drei Wochen verschobenen Start der Bundesliga, der Champions League und der Europa League gab es im dritten Quartal eine geringere Anzahl von Spieltagen. Daraus resultierten Kosteneinsparungen in Höhe von 13,6 Mio., die dafür dann aber im 4. Quartal 2012 zu Buche schlagen. Trotzdem ist die Sky-Bilanz eine praktisch lupenreine Erfolgsgeschichte. Der Bezahlsender scheint den Turnaround im schwierigen deutschen Markt tatsächlich geschafft zu haben und zählt zu den Gewinnern der Digitalisierung.

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