Spiegel: Frankfurter Rundschau ist insolvent

Publishing Das Ende einer ehemals stolzen Qualitätszeitung? Nach Spiegel- und FTD-Informationen hat die Frankfurter Rundschau am heutigen Dienstag Insolvenz angemeldet. Der Antrag sei für das gesamte Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH beim Amtsgericht eingegangen. Damit ist die Zukunft der Zeitung, die gemeinsam von M. DuMont Schauberg und der SPD-Holding DDVG verlegt wird, völlig ungewiss. Von Seiten DuMonts war eine Schließung des Titels immer wieder energisch dementiert worden.

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Als Insolvenzverwalter wurde laut Spiegel der Rechtsanwalt Frank Schmitt eingesetzt. Die meisten Redakteure wissen von der Pleite möglicherweise noch nichts, weil die Geschäftsführung erst für 15.00 Uhr eine Betriebsversammlung angesetzt hat.

Der Insolvenzverwalter soll laut Amtsgericht ein sogenannter "schwacher Verwalter" sein. Das bedeutet, dass die Geschäftsführung im Amt bleibt, aber nur noch mit Zustimmung des Verwalters Geld ausgeben darf.
Die überregionale Zeitung hat mehrere Gesellschafter. So ist M. DuMont Schauberg im Besitz von 50 Prozent und einer Aktie des Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH. 40 Prozent minus eine Aktie gehören dem SPD-Medienbeteiligungsunternehmen Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH (DDVG), die Karl-Gerold-Stiftung hält 10 Prozent der Anteile.

Seit Jahren versuchten die Eigentümer der Qualitätszeitung zum einen den Auflagenschwund zu stoppen und gleichzeitig die Kosten so zu senken, dass sich die Frankfurter Rundschau wieder rentabel betreiben ließe. Im dritten Quartal 2012 erreicht die Tageszeitung noch einen Gesamtverkauf von 117.996 Exemplaren. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 1,3 Prozent. Vor drei Jahren lag die Auflage noch bei 135.521 Exemplaren.
Unklar ist, wie mit der Redaktion weiter gehen wird. Denn gerade erst legte DuMont die Mantelredaktionen der FR und der Berliner Zeitung zusammen. Lediglich die Regionalberichterstattung und Teile der Online-Redaktion blieb weiterhin in Frankfurt. Vor kurzem machten in Berlin Grüchte die Runde, der Verlag prüfe, wie sich eine Einstellung oder ein Verkauf der Frankfurter Rundschau auf die Berliner Zeitung auswirken würde.

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