Google verdient mehr als US-Print-Branche

Publishing Der Medienwandel schreitet unaufhörlich voran: Während die deutschen Verleger und einige europäische Regierungen darüber diskutieren, wo und welchen Teil ihrer Milliardeneinnahmen die US-Technologie-Firmen in der EU versteuern, schneiden sich die Internet-Companys ein immer größeres Stück aus dem Werbekuchen. Wie die Datenprofis von Statista gerade errechnet haben, hat Google im ersten Halbjahr 2012 bei den Werbeeinnahmen die gesamte US-Print-Branche, also Zeitungen und Zeitschriften zusammen, überholt.

Werbeanzeige

In den ersten sechs Monaten des Jahres kamen die Zeitungs- und Zeitschriften-Verleger auf Werbeeinnahmen von 19,2 Milliarden Dollar. Google dagegen nahm 20,8 Milliarden Dollar ein. Im Jahr 2008 lagen die Einnahmen der Suchmaschine im gesamten Jahr noch bei rund zehn Milliarden Dollar. Die Medienhäuser erreichten mit ihren gedruckten Produkten noch einen Wert von über 45 Milliarden Dollar.

Die Statista-Zahlen sind ein eindrucksvoller Beleg für die immensen Herausforderungen und Probleme mit denen die Verlage zu kämpfen haben. Denn der Rückgang der Vermarktungserlöse trifft die Verleger an einem besonders wunden Punkt, schließlich sinken auch die Auflagen seit Jahren.
Allerdings sind die Zahlen auch ein wenig schief. Denn in seiner Auswertung vergleicht Statista die globalen Werbeeinnahmen von Google mit den Umsätzen der US-Print-Verlage.
Zudem geht die Auswertung auch nicht auf den Fakt ein, dass die Verlage heute schon ebenfalls von Google profitieren. So partizipieren einige Medienhäuser über die Google-Anzeigen an den Einnahmen der Technologie-Firma. Desweiteren leitet die Suchmaschine sehr viel Web-Traffic auf die Internet-Portale der Verlage weiter. Auf diesem können die Medienhäuser dann wiederum Vermarktungseinnahmen erzielen, die auch wiederum in den Print-Einnahmen nicht vorkommen.
Trotzdem ist in der Analyse ein klarer Trend zu erkennen. Unter der Medienkrise leiden die klassischen Zeitungs- und Zeitschriften-Verlage, während die Web-Companys massiv profitieren können. Der Wechsel der Werbespendings von den klassischen Medien hin zu Online-Angeboten wird sich nicht mehr stoppen lassen. Den Verlegern bleibt deshalb nichts anderes Übrig, als sich auf die neuen Voraussetzung mit neuen Konzepten und Businessmodellen einzustellen.

Nachtrag (17.42 Uhr):
Wie Google gegenüber Statistag jetzt verriet, fließen rund vier Milliarden Dollar der eigenen Werbeeinahmen zurück zu den Verlagen.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige