FDP muss stern-Fragen von Website nehmen

Publishing Der stern hat der FDP per einstweiliger Verfügung untersagt, einen ihr übermittelten Fragenkatalog auf die Website der Partei zu stellen. Der Katalog, bestehend aus 16 Fragen, wurde der Partei am 25. Oktober vom Reporter Hans-Martin Tillack geschickt. Die Antworten fanden im akktuellen stern zum Teil Beachtung in einem Beitrag über die Geschäfte von Tochterunternehmen der Liberalen. Laut der Redaktion seien jedoch auch Sachverhalte darin behandelt worden, über die noch nicht berichtet worden sei.

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Die einstweilige Verfügung wurde am Donnerstag vom stern beim Landgericht Hamburg beantragt, schreibt stern.de. Seit Freitagabend hat die FDP den Fragenkatalog nicht mehr auf der Parteiseite. Stattdessen erscheint der Hinweis, man habe an der entsprechenden Stelle "im Sinne größtmöglicher Transparenz" über die Fragen und Antworten informiert. Außerdem heißt es im Hinblick auf mögliche weitere Schritte: "Wir werden jetzt prüfen, wie wir weiter mit diesen Texten umgehen." 
Im Beitrag der Hamburger ging es unter anderem um den Verdacht, die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung habe den Liberalen über den Umweg von Firmengeschäften eine verdeckte Spende zukommen lassen. Bereits vor Erscheinen des Artikels habe die FDP den Fragenkatalog inklusive der Antworten der Partei öffentlich gemacht, beschwert sich der stern. Die Fragen bezögen sich demnach auch auf recherchierte Sachverhalte, über die das Magazin auch bis jetzt noch nicht berichtet habe. Der Redakteur habe obendrein einer Veröffentlichung ausdrücklich widersprochen.
Aus diesen Gründen habe die Redaktion die FDP aufgefordert, den Fragenkatalog wieder zu löschen, was zunächst auch passiert sei. Einige Tage später habe die Partei die Fragen und Antworten, ergänzt um einige Zusatzfragen des sterns jedoch wieder online gestellt, woraufhin die Hamburger nun juristische Schritte unternahmen.
stern-Chefredakteur Thomas Osterkorn sagt zur Entscheidung: "Das Konfrontieren gehört zur journalistischen Sorgfaltspflicht und dient vor allem den Betroffenen, ihre Sichtweise ebenfalls darzustellen." Wenn diese das Verfahren unterliefen, indem sie Fragen und Antworten veröffentlichen, würde diese Praxis aber ausgehebelt.

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