„Absolute Mehrheit“: Altmaier sagt Raab ab

Fernsehen Jetzt könnte Stefan Raab eigentlich wieder Volker Beck einladen. Denn so langsam gehen dem Moderator die Gäste für seine neue Polit-Talkshow „Absolute Mehrheit“ aus. Unabhängig von der Debatte, ob Beck auf Wunsch von Peter Altmaier von der Produktionsfirma ausgeladen wurde, sagte der Bundesumweltminister nun sein Kommen ab. Als Grund gab der CDU-Politiker gegenüber Spiegel Online an, dass sich die Situation geändert hätte. Damit verliert die neue Sendung ihren prominentesten Gast.

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"Ich habe ursprünglich zugesagt, weil die Energiewende das Thema der Sendung gewesen ist und ich grundsätzlich Chancen nutze, das zu vertreten", zitiert Spiegel Online Altmaier. Der CDU-Politiker soll sich gleich doppelt geärgert haben.

Zum einen widersprach er bereits am Mittwoch Berichten, nach denen der Grünen-Politiker Volker Beck auf seinen Wunsch wieder ausgeladen worden sei. Becks Büroleiter hatte gesagt, dass Raabs-Produktionsfirma genau dies als Grund für die Auslandung angegeben hätte. Daraufhin twitterte Altmaier: "Die Behauptung ist schlicht falsch. Ich bin mit Volker Beck befreundet, war mit ihm in vielen Talkshows und werde das gerne auch wieder tun."
"Nach den unzutreffenden Darstellungen der letzten Tage, wonach Herr Altmaier angeblich auf der Ausladung eines der Teilnehmer bestanden hätte, sehen wir zu unserem Bedauern keine Basis mehr für eine Teilnahme an dieser Sendung am kommenden Sonntag", konkretisiert Altmaier-Sprechers Dominik Geißler gegenüber dem Handelsblatt.

Zum anderen ging der Umweltminister offenbar tatsächlich von anderen Mitdiskutanten aus. So soll ihm gegenüber von Andrea Nahles und Hannelore Kraft die Rede gewesen sein, die mit ihm um das Preisgeld von 100.000 Euro debattiert hätten.

"Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen" (Sonntag ab 22.45 Uhr auf ProSieben) gehört zu den wohl spannendsten TV-Experimenten des TV-Jahres. Die Regeln für den neuen Polit-Talk sind denkbar einfach: Vier bis fünf Gäste diskutieren zu drei bis vier aktuellen Themen. Die Gäste werden überwiegend Politiker sein, aber auch Prominente und "Normalos" sollen ab und an eine Bühne bekommen. Nach jeder Runde stimmen die Zuschauer via Telefon oder SMS ab, welcher Politiker mit seinen Argumenten am meisten überzeugt hat. Das Fiese dabei: Nach der zweiten Runde scheidet der Teilnehmer aus, der am wenigsten Stimmen bekommen hat. Reißt ein Politiker die Fünf-Prozent-Hürde, wird es besonders gemein: Dann muss er sitzen bleiben, darf aber nicht mehr mitreden. Die TV-Macher halten Schweigen für die wohl härteste Strafe, die einem Politiker zuteil werden kann.

Wichtigster Baustein des Show-Konzeptes ist jedoch der Gewinn von 100.000 Euro. Holt einer der Talk-Teilnehmer am Ende der Sendung, die brutto 90 Minuten lang sein soll und in Köln produziert wird, die absolute Mehrheit, erhält er das Preisgeld. Scheitern alle Diskutanten, fließt die Gewinnsumme in den Jackpot. "Damit machen wir eine der wenigen Veranstaltungen, bei der ein Politiker ungestraft einen Umschlag mit Geld mit nach Hause nehmen darf“, scherzt der ProSiebenSat.1-Nachrichtenchef Peter Limbourg.

So langsam gehen der Talkshow die Gäste aus. Bislang stehen der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Thomas Oppermann, FDP-Mann Wolfgang Kubicki und der Linken-Politiker Jan van Aken fest. Bevor Altmaier absagte und Beck ausgeladen wurde, verboten die eigenen Parteifreunde dem Star-Piraten Johannes Ponander einen Auftritt beim Raab-Talk. Welche Politiker nun die freien Planstellen einnehmen werde, ist noch nicht bekannt. Über mangelnde Aufmerksamkeit dürfte sich das neue TV-Format spätestens jetzt nicht mehr beschweren.

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