‚Unerhört‘: Raab weist Kritik Lammerts zurück

Fernsehen Das lässt ProSiebens oberster Entertainer nicht auf sich sitzen: Im Interview mit dem Westfalen-Blatt hatte Norbert Lammert Stefan Raabs Show-Konzept für "Absolute Mehrheit" als "absoluten Unfug" bezeichnet. "Wer Geld für Meinungen aussetzt, bestellt Meinungen für Geld", so der Bundestagspräsident. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung konterte der ProSieben-Mann. Es sei "unerhört", dass Lammert in dieser Form über eine Sendung urteile, wo er sie noch nicht einmal gesehen habe.

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"Einige in der Politik versuchen hier offenbar etwas zu verhindern, das sie mit ihren alten Mechanismen nicht beherrschen und kontrollieren können", so Raab weiter. Wer bei "Absolute Mehrheit" die absolute Mehrheit der Zuschauerstimmen bekommt, gewinnt 100.000 Euro. Dennoch weist Raab den Vorwurf der bezahlten Meinungsmache zurück: "Meinungen für Geld werden am laufenden Band bestellt, nämlich immer dann, wenn ein Politiker einen bezahlten Vortrag hält, wogegen ich grundsätzlich nichts habe."
Dass der ProSieben-Polittalk in der Berliner Politszene umstritten ist, dürfte spätestens seit dieser Woche klar sein. Denn in seiner ersten Sendung muss Raab mit der zweiten Polit-Riege vorlieb nehmen: Als Ersatz für Umweltminister Peter Altmaier schickt die CDU Unionsfraktions-Vize Michael Fuchs. Auch die anderen Parteien scheinen dem Show-Konzept von ProSieben nicht zu vertrauen und schicken weniger prominente Vertreter nach Köln. Die Schwergewichte sind am Sonntagabend bei Konkurrent Günther Jauch zu Gast: Arbeitsministerin Ursula von der Leyen diskutiert im Ersten mit Linken-Politiker Oskar Lafontaine.
Raabs Gästeliste sorgte in dieser Woche für einige Verwirrung. So hieß es unter anderem, dass ProSieben den Grünen-Politiker Volker Beck auf Wunsch von Altmaier ausgeladen hätte. Der dementierte gegenüber Spiegel Online. "Ich habe ursprünglich zugesagt, weil die Energiewende das Thema der Sendung gewesen ist und ich grundsätzlich Chancen nutze, das zu vertreten", so Altmaier. Der CDU-Politiker soll sich gleich doppelt geärgert haben. 
Zum einen widersprach er bereits am Mittwoch Berichten, nach denen der Grünen-Politiker Volker Beck auf seinen Wunsch wieder ausgeladen worden sei. Becks Büroleiter hatte gesagt, dass Raabs-Produktionsfirma genau dies als Grund für die Auslandung angegeben hätte. Daraufhin twitterte Altmaier: "Die Behauptung ist schlicht falsch. Ich bin mit Volker Beck befreundet, war mit ihm in vielen Talkshows und werde das gerne auch wieder tun."
Bislang standen der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Thomas Oppermann, FDP-Mann Wolfgang Kubicki und der Linken-Politiker Jan van Anken als Gäste fest. Bevor Altmaier absagte und Beck ausgeladen wurde, verboten die eigenen Parteifreunde dem Star-Piraten Johannes Ponander einen Auftritt beim Raab-Talk. Mit Fuchs ist für die CDU nun ein Ersatz gefunden. 
ProSieben strahlt "Absolute Mehrheit" am Sonntag um 22.45 Uhr aus. Im Ersten diskutieren ab 21.45 Uhr bei "Günther Jauch" unter anderem Ursula von der Leyen, Anton Schaaf, Oskar Lafontaine und Thomas Kemmerich sowie der Uncercover-Journalist Massimo Bognanni zum Thema "Was verdient Deutschland? Der Streit um einen gerechten Lohn".

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