Facebooks neue Wochen der Wahrheit

Die Signale waren zuletzt hoffnungsvoll: Facebook, so ließen sich die jüngsten Quartalszahlen lesen, scheint endlich die hochfliegenden Wachstumserwartungen einzulösen. Das mobile Werbegeschäft boomt und versetzte Analysten in Hochstimmung. Ärgerlich für Facebook nur, dass ausgerechnet in diesen Tagen die größte Anzahl der Mitarbeiteraktien frei handelbar werden – die nächste große Verkaufswelle droht Mitte November, wenn die Haltefrist für die meisten Mitarbeitern und Investoren der ersten Stunde endet.

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Die Signale waren zuletzt hoffnungsvoll: Facebook, so ließen sich die jüngsten Quartalszahlen lesen, scheint endlich die hochfliegenden Wachstumserwartungen einzulösen. Das mobile Werbegeschäft boomt und versetzte Analysten in Hochstimmung. Ärgerlich für Facebook nur, dass ausgerechnet in diesen Tagen die größte Anzahl der Mitarbeiteraktien frei handelbar werden – die nächste große Verkaufswelle droht Mitte November, wenn die Haltefrist für die meisten Mitarbeitern und Investoren der ersten Stunde endet.

Es war der Tag, auf den Facebook seit dem Börsengang im Mai gewartet hatte. Endlich waren die Anleger begeistert, endlich wurden zweistellige Kurszuwächse an einem Handelstag erzielt – so sah der vergangene Freitag für das weltgrößte Social Network aus. Um vorbörslich 25 Prozent schoss die Facebook-Aktie nach Bekanntgabe starker Quartalszahlen für das September-Quartal auf über 24 Dollar in die Höhe.

Zwei Handelstage später blieb die Facebook-Aktie nur noch bei 21 Dollar stehen. Der Großteil der schönen Zugewinne – schon wieder verpufft. Zu schaffen macht dem acht Jahre alten Internet-Überflieger ein altes Problem, das sich Facebook mit dem Gang an die Kapitalmärkte aufgehalst hat. Innerhalb bestimmter Haltefristen können Mitarbeiter und Investoren der ersten Stunde ihre Anteile nun an der Börse versilbern.

Es gilt die ungeschriebene Börsenregel: Je früher investiert wurde, desto eher mag die Bereitschaft zum Exit bestehen, wie es selbst Facebooks erster Investor, Hedgefonds-Manager Peter Thiel, im August vorgemacht hat.

Henry Blodget: "Seien Sie gewarnt"

Diese Woche ging es wieder einmal in die nächste Runde. Durch den Hurricane um zwei Handelstage verschoben, konnten erst gestern 692 Millionen Aktien veräußert werden. Das Ergebnis: Ein Kursrutsch von vier Prozent. Doch damit ist es vielleicht noch nicht getan: Am 14. November wird der Löwenanteil der Facebook-Aktien frei handelbar – gleich 777 Millionen Papiere fluten den Markt. Ein Monat später wird noch mal eine Tranche von 156 Papieren handelbar.

"Seien Sie gewarnt", stimmt Business Insider-Chefredakteur Henry Blodget seine Leser ein: "In den nächsten sechs Wochen kommen doppelt so viele Aktien auf den Markt wie aktuell überhaupt handelbar sind." 

Für Facebook geht es also mehr denn je um die alles entscheidenede Frage, was Anleger dem Social Network zutrauen: Wer glaubt, dass Facebook seine besten Zeiten noch vor sich hat, wird nicht zwingenderweise den Verkaufsknopf betätigen. Andernfalls droht wie im August das große Kassemachen. Der ultimative Vertrauenstest steht damit unmittelbar bevor.

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