Schweden-Sender retten P7S1 das Wachstum

Fernsehen Der TV-Konzern ProSiebenSat.1 hat die Zahlen für das 3. Quartal vorgelegt. Der Umsatz stieg um 7,1 Prozent auf 636,9 Mio. Euro. Der operative Gewinn (recurring EBITDA) um 2,3 Prozent auf 167,3 Mio. Euro. Der Gewinn der deutschen Free-TV-Sender ging allerdings um 3,2 Prozent auf 391,4 Mio. Euro zurück. Dass die Gruppe trotzdem wächst verdankt sie u.a. den Sendern in Skandinavien. Dort stiegen die Erlöse um 8,8 Prozent auf 134,1 Mio. Euro und der operative Gewinn um 42,8 Prozent auf 24,7 Mio. Euro.

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Steile Wachstumsraten weist auch das Segment Digital & Adjacent auf. Dort wurde der Umsatz im 3. Quartal um 49,7 Prozent auf 85,9 Mio. Euro gesteigert, der operative Gewinn kletterte um 57,2 Prozent auf 21,7 Mio. Euro. Die deutschen Free-TV-Sender steuern mit 391,4 Mio. Euro nach wie vor den Löwenanteil zum Konzernumsatz bei. Dass in diesem Kernsegment sowohl Umsatz (-3,2 Prozent), operativer Gewinn (-6,6% auf 122,3 Mio. Euro) als auch Zuschauer-Marktanteil (von 29,4% auf 26,8%) gesunken sind, ist kein gutes Signal. Zwar gibt es immer Gründe warum das so ist (starkes Vorjahresquartal, Olympia-Übertragungen bei ARD und ZDF im Berichtszeitraum) aber letztlich zählt, was in der Bilanz steht.

Unterm Strich kann Vorstandschef Thomas Ebeling aber den Nettogewinn mit 65,1 Mio. Euro mehr als verdoppeln. Er kann mittlerweile froh sein, dass der früher mal ins Auge gefasste Verkauf der nordeuropäischen Sender nicht geklappt hat. Die Kanäle in Norwegen, Finnland, Dänemark und Schweden entwickeln sich derzeit deutlich dynamischer als das Heimatgeschäft und schmücken das Portfolio.

Die Produktions- und Lizenzsparte Content Production & Global Sales konnte den Umsatz im 3. Quartal steigern, und zwar von 9,5 Mio. Euro auf 25,5 Mio. Euro. Der Erlössprung liegt auch daran, dass die Red Arrow Entertainment Group im August die Mehrheit an dem US-amerikanischen Produktionsunternehmen Left/Right übernommen hat. Wegen Anlaufkosten bei den Neuerwerbungen macht die Sparte nun im dritten Quartal nach 1,3 Mio. Euro Gewinn im Vorjahr aber einen Verlust von 1,4 Mio. Euro.

Der schwächelnde Umsatz bei den deutschen Free-TV-Sendern dürfte den Bossen bei P7S1 aber mehr Sorge bereiten. Vor allem bei der Dauerbaustelle Sat.1 ist nach wie vor keine wirkliche Besserung in Sicht. Nach dem Frauensender Sixx sollen mit ProSieben MAXX und Sat.1 Gold im nächsten Jahr zwei neue Free-TV-Kanäle starten. Das ist gut und schön – schwächelnde Erlöse im Geschäft mit den großen Hauptsendern werden die neuen Mini-Sender aber nicht kompensieren können.

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