Was deutsche News-Sites zur US-Wahl bieten

Publishing Selten war eine US-Präsidentschaftswahl so spannend: Neben dem TV werden Online-Medien die wichtigste Informationsquelle für die Deutschen sein. Und so fahren die Redaktionen alles auf, was sie haben. Vor allem Live-Streams sind in diesem Jahr beliebt. Bild.de-Chef Manfred Hart hält Bewegtbild sogar für einen "zwingenden Bestandteil". Live-Ticker, Korrespondenten und Social Media sind ebenfalls hoch im Kurs. MEEDIA gibt einen Überblick, welches Medium was in der Wahlnacht plant.

Werbeanzeige

Bild.de gibt sich selbstbewusst. Zur US-Wahl will man mit aktuellen du seriösen Journalismus überzeugen. Mit ihrem Programm begeben sich die Macher vom Springer-Boulevardblatt nicht nur in Konkurrenz zu Spiegel Online, Süddeutscher und Co., sondern wollen auch den TV-Sendern Nutzer abjagen. Bild.de kündigt einen Marathon-Live-Stream an. Dazu kooperiert man mit dem US-Sender CNN.
In der Ankündigung heißt es: "Ab Mitternacht analysiert Bild.de aktuell die ersten Hochrechnungen, schaltet sich zur Berliner Wahlparty von CNN, RTL und n-tv in der Bertelsmann-Stiftung und spricht mit hochrangigen und prominenten Gästen." Moderieren wird Claus Strunz. Ser stellvertretende Bild-Chefredakteur Nikolaus Blome und Social-Media-Expertin Caroline Danz werden ihn im Studio unterstützen. Bild-Politikchef Béla Anda wird am Tag nach der Wahl das Ergebnis analysieren. 
Manfred Hart, Chefredakteur von Bild.de, bezeichnet gegenüber MEEDIA das Programm seines Angebots als "ein hervorragendes Beispiel für die übergreifende und integrierte Nutzung unserer Redaktionskompetenzen". Bewegtbild sei ein zwingender Bestandteil von heutigen Web-Newsangeboten. Manfred Hart sieht die Online-Berichterstattung auch gegenüber dem klassischem TV im Vorteil: "Der Unterschied zum herkömmlichen Fernsehen ist, dass wir im Netz nicht linear senden müssen." Durch die Vielfalt an interaktiven Komponenten spiele man in der Wahlnacht alle Stärken des Internets – stationär wie mobil aus. "Eine Wahl der Superlative fordert auch eine Berichterstattung der Superlative", sagt Hart.
Spiegel Online antwortet auf MEEDIA-Anfrage, dass noch nie so viele Mitarbeiter für eine Wahl im Einsatz gewesen seien. Demnach sind Reporter an mehreren der wichtigsten Brennpunkten vertreten, Text- und Video-Journalisten von Spiegel Online berichten von den Wahlpartys von Barack Obama und Mitt Romney. Auch die Korrespondenten des Spiegel unterstützen ihre Online-Kollegen. 
Neben aktuellen Reportagen, Analysen und Kommentaren kündigt Spiegel Online einen Liveticker und umfassende Ergebnisgrafiken an. Berichte soll es auch von Korrespondenten zu den Reaktionen in Berlin und verschiedenen Hauptstädtern der Welt geben.
Die Vorteile des Webs will man auch bei ARD und ZDF nicht ungenutzt lassen: Auch tagesschau.de und heute.de bieten Live-Streams an. Dafür wird naheliegenderweise das TV-Programm der Sender verwendet. Auf tagesschau.de bietet sich den Nutzern dabei die Möglichkeit, die Übertragung live zu kommentieren und die Kommentare anderer Nutzer zu lesen. Neben einer interaktiven Karte mit den Wahlergebnissen gibt es zudem eine ganze Reihe von aus den USA twitternden Korrespondenten. Auch Richard Gutjahr ist als Reporter für die ARD vor Ort.
Aus den USA twittern auch Reporter des ZDF. Über den Account @reporterzdf liefert unter anderem Claus Kleber aktuelle Informationen. Netzpolitik.org-Chef Markus Beckedahl bloggt für heute.de über das Netz in der Wahlnacht. ZDF und NDR nutzen zudem Google Hangouts als Format.
Die Münchner Redaktion von sueddeutsche.de verrät auf Nachfrage, dass die Redaktion in München in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch durchgehend mit einer vielköpfigen Mannschaft besetzt sei. In enger Zusammenarbeit mit den Print-Kollegen und quer durch alle Ressorts sollen die Nutzer umfassend informiert werden. Im Mittelpunkt stehe dabei ein Liveblog, in dem Reporter aus Chicago, Boston und New York, sowie aus der US-Botschaft, dem Münchner Amerika-Haus und weiteren Orten Eindrücke und Einschätzungen liefern.
Außerdem geplant sind ein Fototicker mit Bildern zur Wahl, sowie ein Netzblog, in dem Debatten aus dem Netz abgebildet werden sollen. Interaktive Grafiken und Videos ergänzen das Angebot. Die Nutzer werden über Umfragen, Beitragsfunktion sowie die sozialen Netzwerke zum mitmachen aufgefordert.
Auf taz.de wird ab 22:30 Uhr in einem Live-Ticker zur US-Wahl berichtet. Auch Focus Online will durchgehend aktuell informieren. Seit Montag betreibt man bereits einen Live-Ticker, der auch am Mittwoch, sprich dem Tag nach der Wahl, weiter gepflegt werden soll. Außerdem geplant sind ein interaktives Daten-Center mit allen Ergebnissen, Experten-Stimmen, Videos, Netzreaktionen und eine Tweetbox. Auch auf Focus Online soll es einen Live-Stream geben und zwar in Kooperation mit dem TV-Sender Phoenix. Mit Laura Beck ist eine Online-Redakteurin in den USA, Analysen soll zudem Focus-Korrespondent Peter Gruber beisteuern.
Einen Liveticker hat auch FAZ.net auf der Seite. Aus Amerika berichten mehrere Korrespondenten der FAZ von Wahlpartys und anderen Großveranstaltungen. Interaktive Grafiken sind hier ebenso geplant, wie die Einbindung der Social Media Kanäle.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige