iPad mini: kleines Tablet, große Veränderung

Tech Zum Erfolg verdammt: Am Freitag eingeführt ist das neue iPad mini bereits kurze Zeit später vielerorts ausverkauft. Es scheint, als ob das neue Apple-Tablet trotz der großen Konkurrenz durch die kleinen Tablets von Google, Amazon und Samsung großen Zuspruch findet. Während die ersten Tests dem Mini-iPad gute Verarbeitung und gutes Handling attestierten, beklagen seit dem Wochenende viele Kunden die schlechte Qualität des Displays. Ist das iPad mini etwa Apple-unwürdig? MEEDIA hat das Gerät getestet.

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Zum Erfolg verdammt: Am Freitag eingeführt ist das neue iPad mini bereits wenige Tage vielerorts ausverkauft. Es scheint, als ob das neue Apple-Tablet trotz der großen Konkurrenz durch die kleinen Tablets von Google, Amazon und Samsung großen Zuspruch findet. Während  die ersten Tests dem Mini-iPad typischen Apple-Qualitäten in Sachen Verarbeitung attestierten, beklagen seit dem Wochenende viele Kunden die schlechte Qualität des Displays. Ist das iPad mini etwa Apple-unwürdig? MEEDIA hat das Gerät getestet.

Die Geschichte des iPad mini ist schon jetzt so ungewöhnlich, dass man sich wundern darf, warum es überhaupt existiert. Steve Jobs höchstpersönlich erteilte allen Gerüchten, dass Apple jemals ein kleineres Tablet herausbringt, eine Absage. Zu klein sei es, um es vernünftig zu verwenden. Amazon brachte den Kindle Fire heraus und holte im Nu rund 30 Prozent Marktanteil bei den Android-Tablets. Samsung und Google folgten. Bis dann Anfang des Jahres erste Berichte von der Existenz eines kleinen Apple-Tablets sprachen. Und nun, mehr als ein halbes Jahr später brachte Apple tatsächlich das iPad mini auf den Markt. Hatte der Konzern aus Cupertino einst den Tabletmarkt mit dem iPad begründet, gilt er im Segment der Siebenzöller als Nachzügler. Hat es dennoch eine Chance? Wir haben das Gerät einem ersten Test unterzogen.

Verarbeitung: Wer sich vom iPad mini ein kleines iPad verspricht, bekommt genau das. In Sachen Verarbeitung bekommt der Nutzer ein solide verarbeitetes Gerät. Der Rücken aus Aluminium, das Display von Gorilla Glass umhüllt, die Kante diamantgeschliffen. “Was soll schon interessant sein an einer Kante”, werden Sie jetzt vielleicht fragen.

Ganz einfach: Schauen Sie sich Ihre Hand an. Zeigt die Handinnenfläche Richtung Gesicht, steht der Daumen ungefähr im 45-Grad-Winkel zu den den Fingern Ihrer Hand. Die Kante in eben diesem Winkel erleichtet das Halten ungemein. Denn die Hand verkrampft nicht so leicht beim Halten. Zum besseren Verständnis: Auf diese Weise halten Sie normalerweise auch ein Buch. Die Bedienung funktioniert lesefreundlicher als beim großen iPad. Das geringe Gewicht von rund 300 Gramm und der kleine Formfaktor sorgen dafür, dass das iPad mini auch bei längerer Benutzung nicht schwer in der Hand liegt.
Handhabung: Dieser Punkt hat sonst nicht unbedingt etwas verloren in der Besprechung neuer Gadgets. Doch das iPad mini ist, vor allem für Apple, ein Sonderfall. Laut Firmengründer Jobs sei ein Gerät kleiner als 9,7 Zoll nicht geeignet für die Bedienung mit dem Finger. Doch nach einem Wochenende mit dem Tablet lässt sich festhalten: Das Gerät hat den idealen Formfaktor. Es ist klein genug, um es auch länger in einer Hand halten zu können, aber groß genug, um entspannt darauf browsen oder einen Film schauen zu können. Wem das iPad mit seinen 9,7 Zoll zu groß war, der dürfte im Mini-iPad eine Alternative finden. Beim Lesen von Magazinen und Büchern ist die Bedienung einfach näher am Original: Es braucht einfach keine zwei Hände mehr, um das Gerät längere Zeit zu bedienen. Kurzum: Das iPad mini ist in Sachen Handhabung und Formfaktor eine deutliche Verbesserung zum großen iPad.

Geschwindigkeit: Nein, das iPad mini ist kein Grafikmonster. Im Innern des 7,9 Zoll großen Tablets arbeitet ein A5-Chipsatz. Der, der auch im iPad 2 zum Einsatz kam. Nach dem iPad 2 kamen das iPad 3, das doppelt so schnell war wie sein Vorgänger, und das iPad 4, das wiederum doppelt so schnell ist wie sein Vorgänger. Ist das iPad mini also eine lahme Ente, die einfach nur viel Geld kostet? Nein. Bei der Benutzung fallen keine Ruckler auf.
Beim Wechsel von Vertikal- in den Horizontalmodus läuft alles flüssig, Apps starten zügig. Beim Browsen ist das Mini-Tablet nicht spürbar langsamer. Fraglos werden die kommenden Benchmarks zeigen, dass das iPad mini nicht mit seinem großen Bruder mithalten kann. Aber das muss es auch nicht. Schließlich spielt es ja auch in einer anderen, günstigeren Liga. Im Test gab das Gerät ohne Probleme Songs via Spotify wieder, während im Vordergrund ein Gesellschaftsspiel lief.

Display: Viel wurde bereits in den wenigen Tagen nach dem Launch über das Display geschrieben. Und nur wenig Gutes. CultofMac nannte es sogar “schrecklich”. Das Problem, das Apple mit dem iPad-mini-Bildschirm hat, ist hausgemacht. Wer ein neues Gerät aus Cupertino kauft, der erwartet den Retina-Effekt. Mit dem iPhone 4 eingeführt, bedeutet dieser völlig unwissenschaftliche Begriff, dass man beim Betrachten eines Bildschirms keinen Pixel mehr erkennt. Das galt für alle iPhones seit dem 4er-Modell, das iPad 3 und iPad 4 sowie für die neuen Retina-Macbooks.

Das iPad mini hat kein Retina-Display, die Auflösung liegt bei 1024 x 768 Pixeln. Hatte man bereits ein Retina-Gerät in der Hand, sieht man den Unterschied sofort. Die Farben sehen gut aus, beim großen Tablet-Bruder scheinen sie einfach ein wenig schöner. Der Kontrast ist nicht so hoch wie beim großen Bruder. Beim Lesen fällt der Unterschied zum “normalen” iPad deutlicher aus. Die Buchstaben sehen nicht so gedruckt aus wie beim iPad 3 oder iPad 4. "Dafür können Kunden ja auch zum großen iPad greifen”, mag so mancher Apple-Produktmanager jetzt denken. Und vermutlich hat er damit auch Recht. Aber letzten Endes legen Käufer und Kritiker nur Apple-Maßstäbe an ein Apple-Produkt. Und dieser Maßstab heißt: Neues Gerät = Retina-Display ist Pflicht.
Um das nochmals klarzustellen: Am Display des iPad mini gibt es nichts auszusetzen. Solange man nicht zum Nachbarn schaut, der gerade auf einem iPad 3 oder 4 spielt.

Akkulaufzeit: In der kurzen Zeit konnten wir das Tablet nur einem Alltagstest unterziehen. Auf der Webseite gibt Apple eine Laufzeit von rund zehn Stunden im WLAN-Betrieb an. Ein durchaus realistischer Wert nach einem Wochenende mit dem iPad mini. Im Test hielt das Gerät problemlos einen Tag inklusive Einrichten, App-Installationen, Austesten der Kamera, einem ausgedehnten Spieleabend mit der Scrabble-App und Dauerbeschallung via Spotify durch, um am nächsten Morgen immer noch bei 17 Prozent Akkuleistung Musik abzuspielen.
Fazit: Das iPad mini wird dem Anspruch eines Apple-Tablet mit einem Punktabzug für den fehlenden Retinafaktor gerecht. Während die Konkurrenz von Amazon und Google auf Plastikgehäuse setzt, schaut das iPad mini rundherum hochwertig aus. Wer es sich leisten kann, wird die rund 130 Euro mehr auch bezahlen. Mit Blick auf die ersten Berichten von Ausverkäufen scheint sich allerdings für viele auch gar nicht die Frage zu stellen, ob man zum iPad mini oder einem anderen Tablet greift.
Während sich Amazon, Google und Samsung im hartumkämpften Markt der Android-Siebenzöller die Marktanteile strittig machen, scheint das iPad mini schlicht die Antwort aus Cupertino zu sein: ein kleines Tablet, das es nun auch für das Apple-Ökosystem gibt. Wem das normale iPad immer schon zu groß oder zu teuer war und wer auf die kleinen Tablets der Konkurrenz geschielt hat, der bekommt nun mit dem iPad mini sein kleines Tablet für einen Preis zwischen dem iPad 2 und dem iPod touch. Wer mehr Leistung, mehr Pixel und mehr Tablet haben will, für den hat Apple sein "großes" iPad verbessert.

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