So baut Gruner + Jahr die Brigitte um

Publishing Einschneidende Maßnahmen bei Brigitte: Drei Monate nach Antritt des neuen Chefredakteurs Stephan Schäfer ist nun klar, wie er zusammen mit seiner Co-Blattmacherin Brigitte Huber die Frauenmarke umbauen will. Maxime des Duos: mehr Qualität und mehr Effizienz. Unmittelbare Folge: das Living-Ressort wird geschlossen, Inhalte künftig vom Titel Living at home zugeliefert. Zudem verkündete G+J das Aus für Brigitte Balance. Und: Die Küchen von Brigitte und Essen & Trinken werden zusammengelegt. Zehn Jobs fallen weg.

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„Es geht uns darum, das journalistische Fundament und die Kraft der Marke Brigitte besser nach außen zu tragen, um ihre Rolle als Marktführerin in dem Segment zu behaupten und weiter auszubauen“, erklären Schäfer und Huber, "wir verbessern die Qualität der Brigitte, stärken sie inhaltlich und stellen die Redaktion effizienter auf, um weiter die beste deutsche Frauenzeitschrift zu machen.“

Die Brigitte ist noch immer klare Nummer eins im Segment und verfügt mit 100 Redakteurinnen und Redakteuren über die größte Redaktion im Konkurrenzumfeld. Tatsache aber auch: Die Auflage fiel seit langem stetig und in letzter Zeit in Besorgnis erregendem Tempo, zudem war immer weniger erkennbar, wofür die Marke stehen sollte. Mit Schäfer soll sich dies bald ändern. Die daraus resultierenden Umstrukturierungen kosten nun auch Jobs. Allerdings will man bei Gruner + Jahr niemanden kündigen, sondern alle Anpassungen über Aufhebungsverträge oder sozialverträgliche Maßnahmen abwickeln. 
Betroffen davon, heißt es von Seiten des Verlags, werden Mitarbeiter aus allen Ressorts und Abteilungen sein. Ganz geschlossen wird das Ressort Living. Die entsprechenden Seiten sollen künftig von der Living-at-Home-Redaktion unter der Leitung von Bettina Billerbeck geliefert werden. Dies geschieht allerdings im Zuge einer neuen Gemeinschaftsredaktion. Schäfer will dabei nach eigener Aussage das „einzigartige Living-Know-how, das bei uns in der Verlagsgruppe G+J Life bereits vorhanden ist – konsequent und effizienter“ nutzen „als bisher“. Damit wird eine vier "Themen-Terassen" der Frauenzeitschrift künftig von einem anderem G+J-Titel beigesteuert. Für das Gerücht, wonach die Living-Redaktion in die frei werdenden Büros der Brigitte einziehen wird, gibt es zur Zeit noch keine Bestätigung.
Ebenfalls geschlossen wird das Kapitel Brigitte Balance. Der Titel, der zum Copypreis von 3,50 Euro bisher sechs Mal pro Jahr erschien, wird vom Markt genommen. Die letzte Ausgabe erscheint am 5. Dezember. Der Verlag sah keine weitere wirtschaftliche Perspektive für den Spin-Off. Stattdessen sollen die Balance-Themen im Hauptheft gestärkt werden.

Weitermachen darf die Brigitte-Küche. Allerdings müssen sich die Fotografen und Köche auf einen Umzug einstellen. Denn sie sollen zusammen mit den Kollegen von Essen & Trinken eine neue Großküche beziehen. Achim Ellmer, der Chef der Essen & Trinken-Köche, erarbeitet gerade ein neues gemeinsames Arbeitskonzept. Allerdings sollen alle Jobs erhalten werden. „Damit bauen wir die ohnehin schon hohe Food-Kompetenz der Verlagsgruppe Life weiter aus“, erklären die Chefredakteure. Auch vor dem Leserservice machen die Veränderungen keinen Halt. Er soll „zeitgemäßer“ aufgestellt werden. Heißt: Die Social-Media-Kommunikation via Facebook und Twitter wird wichtiger, das Leserbriefaufkommen geht zurück. 
Schäfer und Huber geben sich „überzeugt, dass wir in dieser neuen Aufstellung schlagkräftig nach vorne gehen können“. Zudem engagierten sie mit Claudia Hohlweg und Isa Petereit, (beide als stellvertretende Chefredakteurinnen) und Miriam Wiederer (neue Beauty-Chefin) bereits frisches Führungspersonal, das in den kommenden Wochen zur Redaktion stoßen wird.
Im Blatt selbst sind bislang eher kosmetische Veränderungen sichtbar. Ein Relaunch ist allerdings geplant und offenbar auch terminiert: Anfang des Jahres soll die "neue Brigitte" von Schäfer & Co. kommen – der Markt ist gespannt. 

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