Zeiler: Pay-TV-Zukunft liegt im Lokalen

Fernsehen Der ehemalige RTL-Group-Chef und Leiter des internationalen Geschäfts bei Turner, Gerhard Zeiler, attestiert dem Pay-TV gutes Wachstum. Wie der 57-Jährige im Interview mit der Süddeutschen Zeitung verrät, sieht er Chancen für Bezahlsender in der Produktion von lokalen Formaten. Große Sender wie RTL und ProSieben könnten solche Nischenprogramme gar nicht erst produzieren. Neben den reinen Abogebühren müssten dafür neue Erlösquellen her - Werbung sei dabei nur ein Ansatz.

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Produzieren lassen würden sich solche Formate künftig mit Einnahmen aus Werbung, glaubt der 57-Jährige. Das sei bei einer Verbreitung 30 bis 40 Prozent nur logisch. In Ländern wie Lateinamerika nehme man schon beinahe 50 Prozent über Werbung ein. Eine dritte Säule sei das Merchandising. "Da braucht man starke Programme, die sich zu einer richtigen Marke entwickeln, wie beispielsweise die Kinderserie Ben 10, die in den vergangenen fünf Jahren ein phantastischer Erfolg im Spielebereich war", so Zeiler gegenüber der SZ.
Nach Zeilers Auffassung wären viele Formate, darunter Erfolgsserien wie "The Sopranos" oder "Boardwalk Empire", bei großen Sendern untergegangen: "Dass Serien im Free-TV nach nur drei Folgen verschwinden oder ins Nachtprogramm rücken, nur weil sie eine Quote von neun Prozent statt von elf haben – damit sind eben neun Prozent der Zuschauer unzufrieden." Im Pay-TV sei die Risikobereitschaft höher. Allerdings braucht es laut Zeiler innovative Inhalte, der der Zuschauer anderswo nicht bekomme. Lokaler Content, also deutsche Formate für deutsche Zuschauer, sei ein wichtiger Ansatz: "Ich glaube, das ist ein Teil der Entwicklung, die die ganze Pay-TV-Industrie mitmachen muss."

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