Griechenland: Journalist droht Haft nach „Reichenliste“

Publishing Kostas Vaxevanis soll nach dem Wunsch der griechischen Staatsanwaltschaft für zwei Jahre ins Gefängnis. Der Journalist und Chefredakteur des Magazins "Hot Doc" hatte eine Liste mit 200 Steuersündern veröffentlicht, die die Regierung jahrelang vernachlässigt hatte. Es geht um rund zwei Milliarden Euro, die auf Schweizer Bankkonten ruhen. IWF-Chefin Christine Lagarde soll die Liste 2010 während ihrer Amtszeit als Frankreichs Finanzministerin an die Behörden in Griechenland weitergegeben haben. Vaxevanis' Aktion hat bereits Nachahmer gefunden.

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Wie das Handelsblatt berichtet, veröffentlichte ein weiteres Blatt die umstrittene Liste. Auf zehn Seiten berichtet die linksliberale "Ta Nea" über mutmaßliche Steuerhinterzieher aus Politik und Wirtschaft. Der Prozess gegen Vaxevanis wurde mittlerweile vertagt. Der Journalist erklärt, nur in öffentlichem Interesse gehandelt zu haben. 
In der Bevölkerung wächst derweil der Unmut gegenüber Reichen und Politikern. Laut Telepolis hätten sowohl der Ex-Finanzminister Giorgos Papaconstantinou als auch sein Nachfolger Evangelos Venizelos bislang nichts übernommen, die genannten Personen auf der "Lagarde-Liste" zu überprüfen. 

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