„Am Ende gewinnt immer der Größte“

Publishing Es sei eine Wette auf die Zukunft: Mit schierer Größe hofft Bertelsmann durch die Megafusion von Random House und der Penguin Group, Amazon Paroli bieten zu können, so die einhellige Meinung der Presse. An solch einem Verlagsriesen komme künftig kein Onlinehändler vorbei. Und auch die immer mächtiger werdenden Literaturagenten dürften es bald schwerer haben, immense Vorschüsse für ihre Bestseller-Autoren zu bekommen. Der Kunde, so glaubt man, wird von all dem nichts mitbekommen.

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Gina Thomas für die FAZ: "Das daraus hervorgegangene Emblem hat sich in der englischsprachigen Welt als eines der bekanntesten Markenzeichen etabliert, ähnlich wie die BBC, die etwa gleichzeitig aus demselben Geist hervorgegangen ist. Diese internationale, für Qualität bürgende Erkennbarkeit macht den Penguin-Verlag mit seiner wertvollen Backlist von Titeln, deren Urheberrechte noch nicht ausgelaufen sind, zu einem reizvollen Geschäftsobjekt."

Johan Schloemann für die SZ: "Mit schierer Größe hofft man zudem Amazon Paroli bieten zu können – der Versandfirma, die die Preise drückt und den E-Book-Markt zu dominieren droht -, wie auch der wachsenden Macht der Literaturagenten. Außerdem behalten die Großverlage die elektronische Selbstverlags-Welle im Auge – auch wenn die Stars des Self Publishing im Erfolgsfall bislang doch wieder die Expertise der traditionellen Verlage in Anspruch nehmen."

Bernhard Hübner für FTD: "Jetzt gibt es mit Penguin Random House einen 2,5 Mrd. Euro schweren Verlagsriesen, an dem kein Onlinehändler mehr vorbeikommt. Ein Gigant, der einen so großen Teil des Buchangebots unter seinem Dach vereint, dass es kaum möglich sein dürfte, ohne die Kooperation mit dem Verlag einen erfolgreichen Buchhandel, ob mit gedruckten oder digitalen Büchern, zu betreiben.
Das haben die Manager von Bertelsmann und Pearson von erfolgreichen Online-Konzernen wie Amazon und Google gelernt: In der digitalen Medienwelt gewinnt am Ende fast immer der Größte."

Thomas Schuler für Frankfurter Rundschau: "Heute steht Vorstandschef Thomas Rabe unter Erfolgsdruck. Aus einem Börsengang wurde nichts, ebenso wenig aus einer kompletten Übernahme des Hamburger Zeitschriftenhauses Gruner + Jahr. Ein weiterer Misserfolg wäre für Rabe ein Desaster gewesen. Denn sieht Rabe sieht es als seine Hauptaufgabe an, Aufbruchsstimmung zu verbreiten."

Hans-Peter Siebenhaar für Handelsblatt: “In der Bücherwelt bleibt derzeit kein Stein auf den anderen. Das Zeitalter von Johannes Gutenberg geht nach mehr als einem halben Jahrtausend zu Ende. Im Zeitalter des elektronischen Publizierens müssen Verlage Antworten auf viele Fragen finden: Zu was brauchen Autoren noch einen klassischen Buchverlag? (…) Die von Bertelsmann initiierte Fusion seiner Buchsparte mit Penguin ist nichts anderes als eine Wette, dass im Geschäft mit Inhalten auch in Zukunft niemand um die Verlage herumkommt. Die Wette kann aber nur gewonnen werden, wenn die Kreativität in einem fusionierten Megakonzern nicht unter die Räder kommt."

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