Welt-Titel und Abendblatt rücken zusammen

Publishing Springers Regional-Zeitungen auf Koop-Kurs: Wie das Medienhaus am Freitag mitteilte, bilden die Redaktionen der Welt-Gruppe (Welt, WamS, Berliner Morgenpost) sowie das Hamburger Abendblatt "noch in diesem Jahr" eine Redaktionsgemeinschaft. Unter Leitung einer gemeinsamen Chefredaktion soll diese künftig die Inhalte aller Titel der Gruppe produzieren. Alle bisherigen Chefredakteure bleiben für ihre Zeitungen verantwortlich und berichten direkt an Vorstandschef Mathias Döpfner.

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Laut Springer sehen die Abläufe beim neuen Modell so aus: Im Newsroom des Hamburger Abendblatts werden künftig die Hamburg-Themen der gesamten Redaktionsgemeinschaft erarbeitet. Hier erstellt die Redaktionsgemeinschaft auch die Regionalteile der Welt-Titel und der Welt am Sonntag. Die überregionalen Inhalte aller Titel entstehen unter Federführung der Welt-Gruppe, die Themen aus der Hauptstadt werden im Newsroom der Berliner Morgenpost entwickelt. Jan-Eric Peters (Welt-Gruppe), Carsten Erdmann (Berliner Morgenpost) und Lars Haider (Hamburger Abendblatt) sollen "gleichzeitig gemeinsam und standortübergreifend" die Redaktionsgemeinschaft führen. Primus inter pares und Vorsitzender des Gremiums ist Jan-Eric Peters.
Über eine engere Anbindung der Regional-Titel ist in der Branche seit vielen Jahren diskutiert worden. Schließlich hatte Springer mit dem gemeinsamen Newsroom von Welt und Berliner Morgenpost bereits 2003 ein (mit einigem Anlauf) sehr erfolgreiches Modell geschaffen. Diese wird nun auch auf die Hamburger Redaktionen "ausgerollt".
Unklar ist, wie viele Arbeitsplätze durch die zu erwartenden Synergien abgebaut werden. Klar sei, so ein Sprecher, dass die Redaktionsgemeinschaft mittelfristig weniger Jobs haben werde als bisher. Zu der Frage, wie viele Stellen betroffen sein werden, wollte Springer sich nicht äußern. Die Reduzierung der Personalstärke solle zudem sozialverträglich erfolgen, heißt es von Seiten des Verlagshauses. Wie MEEDIA erfuhr, sollen zunächst sämtliche befristete Verträge auf den Prüfstand, zudem werde die Nachbesetzung jeder frei werdenden Stelle genau geprüft. Derzeit beschäftigen die Titel in den Redaktionen insgesamt rund 600 Mitarbeiter, davon 200 in Hamburg und 400 in Berlin.
Zu den Verlierern der Maßnahme dürfte die Welt Hamburg gehören, die künftig aus dem Newsroom des Hamburger Abendblatts heraus erstellt wird. Die Redakteure ziehen dazu aus dem 9. in den 7. Stock des Hamburger Verlagsgebäudes. Jörn Lauterbach, bisher Redaktionsleiter der Welt-Gruppe in Hamburg, wird in diesem Zuge Mitglied der Chefredaktion des Abendblatts und bleibt verantwortlich für die Hamburg-Teile der Welt-Titel.
Springers Zeitungsvorstand Jan Bayer erklärt dazu: "Mit der Zusammenführung und gemeinsamen Nutzung der publizistischen Kernkompetenzen von Welt und Berliner Morgenpost vor zehn Jahren haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht: Die journalistische Qualität der Titel ist gestiegen, die Kosten sind gesunken. Dieses Erfolgsmodell, das branchenweit zum Vorbild geworden ist, bauen Chefredaktion und Verlag nun konsequent aus."
Und noch eine Personalie im Zusammenhang mit dem Umbau: Thomas Schmid, Herausgeber von Welt-Gruppe und Berliner Morgenpost, wird auch Herausgeber des Hamburger Abendblatts.

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