Erika Steinbach: der Twitter-Troll vom ZDF

Publishing Die Mainzelmännchen haben neuen neuen Twitter-Troll. Es handelt sich um die BdV-Vorsitzende Erika Steinbach, die die Mainzelmänchen mit Wut-Tweets zu einer Bild-Manipulation verfolgte. Und sonst: Kai Diekmann und Christoph Keese auf Klassenfahrt in Palo Alto, Microsoft bezahlt, damit Passanten für sein neues Tablet Schlange stehen, der auch diese Woche wieder zur Schau getragene Optimismus der Printbranche ist nicht überall gerechtfertigt, und die Titanic befasst sich mit Spiegel-Covern.

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Geliebtes Twitter! Der High-Flyer unter den Social-Media-Gedöns-Diensten bescherte diese Woche u.a. die Erkenntnis, dass gestandene Medienkerls sich auch nur wie Schuljungs benehmen, wenn man ihnen ein Smartphone mit Kamera in die Hand drückt und sie auf Klassenfahrt nach Palo Alto schickt. So haben sich Bild-Chefredakteur Kai Diekmann und Springer-Ober-Lobbyist Christoph Keese über ihr Treffen in den USA so gefreut, dass sie sich gleich mal gegenseitig geknipst und die Fotos bei Twitter eingestellt haben.

Nochmal Twitter: Die Twitter-Redaktion vom ZDF hat einen neuen Lieblings-Troll aus der Gattung der Stein-Trolle. Die, äh wie soll man das jetzt nennen …, sagen wir mal: “streitbare” BdV-Vorsitzende Erika Steinbach verfolgte die armen Mainzelmännchen in den vergangenen Tagen mit Wut-Tweets, weil im heute journal “falsche” Bilder eines feixenden Trittins in die Übertragung einer Steinbrück Rede montiert worden seien. Skandalus Maximus! Frau Steinbach wetterte darum bei Twitter u.a.: “Schummeln ist eine Verniedlichung für diese Manipulation. Frontal21 treibt es noch schlimmer!” Später schrieb sie: “Gerade macht sich das @ZDF wieder über die CSU her. Sollte im eigenen Laden aufräumen um Nachrichten- und Bildmanipulationen zu verhindern.” Hört, hört. Beim ZDF waren sie dann irgendwann genervt und twitterten zurück: “@SteinbachErika Was und an wen sie glauben steht ihnen frei. Aber hören sie bitte auf uns zu trollen. Danke.” Frau Steinbach wünschte darauf eine “wunderbare gute Nacht. Auch für das @ZDF”.

Man könnte fast Mitleid mit Microsoft haben. Fast. Wenn sie nur nicht immer mit so dämlichen Aktionen versuchen würden, auch ein Stück vom Apple-Kult abzubekommen. Um ein paar Leute dazu zu bringen, sich Apple-like in eine Schlange vor Microsoft-Stores zu stellen (das neue Microsoft Tablet Surface feierte Premiere), hat Microsoft den ersten 100 Passanten, die sich brav anstellen ein 100-Dollar-Guthaben für dem Musik-Dienst XBox Music Pass angeboten. Will heißen: Microsoft musste die Leute bezahlen, damit sie für sie Schlange stehen. Wie bitter (gefunden via diesen Tweet von @egghat).
Lange Schlangen vor den Läden wünschen sich auch die deutschen Zeitschriften- und Zeitungsverleger, die sich übrigens auch kaum eine Gelegenheit entgehen lassen, die Stärke der eigenen Branche zu beschwören. So wurde auch in dieser Woche bei den Münchner Medientagen wieder allenthalben Optimismus versprüht, was die Zukunftsaussichten des Businessmodells Gedrucktes gegen Geld angeht. Ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt allerdings, dass hier viel Zweckoptimismus und Wunschdenken am Werk sind. So ergibt die statistische Auswertung der gerade veröffentlichten IVW-Zahlen sämtlicher im Einzelverkauf abgesetzten Hefte und Zeitungen für die meisten Medienhäuser ein ernüchterndes Bild: Unter den acht großen Verlagen gibt es im Vergleich des dritten Quartals 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum lediglich einen Gewinner (WAZ mit +6,6 Prozent). Die Verlierer in alphabetischer Reihenfolge: Bauer -2,6 Prozent, Burda -1,9 Prozent, Condé Nast -13,0 Prozent, Gruner + Jahr -9,1 Prozent, Jahreszeiten Verlag -18,2 Prozent (!), Klambt -1,3 Prozent, Springer -7,7 Prozent. Die gute Nachricht: Hier handelt es sich um nackte Verkaufszahlen, die für sich genommen noch nichts über die wirtschaftliche Situation aussagen müssen – Preiserhöhungen, absolute Höhe der Copy-Preise, Anzeigenerlöse und Zahl der Abonnenten sind nicht berücksichtigt. Fakt aber: An Kiosken, Bahnhöfen, Flughäfen in Supermärkten etc. greifen immer weniger Leute zu Blättern der etablierten Verlage.

Die lieben Kollegen von der Titanic haben sich jetzt, genau wie wir neulich, mit dem erstaunlichen Gleichklang einiger Titelbilder des Spiegel beschäftigt. Statt einer billigen Retrospektive wählte die Titanic den Weg der klugen Prognose. Wir ziehen den Hut!

Schönes Wochenende!

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