Amazon schreibt Minus von 274 Mio. Dollar

Publishing Jeff Bezos macht weiter das, was er am besten kann: Die Gegenwart für die Zukunft opfern. Buchstäblich ohne Rücksicht auf Verluste tätigt Amazon Investitionen, auch wenn die schon mal schief gehen, wie im Falle der Übernahme des Rabattanbieters Living Social. Amazon musste dafür Abschreibungen in dreistelliger Millionenhöhe vornehmen – und verbuchte in der Quartalsbilanz gar ein noch höheres Minus. Weil sich die Umsätze aber weiter rasant entwickeln, fiel das Minus der Aktie überschaubar aus.

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Amazon definiert die Gesetze der Börse weiter neu. Wie sehr sich der weltgrößte Online-Einzelhändler, der mit einem Börsenwert von 100 Milliarden Dollar hinter Google weiter unumstritten die Nummer zwei im Web ist, längst von den klassischen Bewertungsmodellen der Wall Street gelöst hat, dokumentiert die jüngste Quartalsbilanz, die zeitgleich mit dem Zahlenwerk von Apple vorgelegt wurde.
Der iPhone- und iPad-Hersteller, auch nur fünfeinhalb mal wertvoller als Amazon, konnte im vergangenen Dreimonatszeitraum einen Nettogewinn von 8,2 Milliarden Dollar ausweisen – dem niedrigstem Gewinne seit einem Jahr. Amazon indes hat die Gewinnzone vorerst wieder verlassen: Nach Handelsschluss musste Gründer und Konzernchef Jeff Bezos ein deftiges Minus von 274 Millionen Dollar eingestehen. Im Vorjahr hatte Amazon noch 63 Millionen Dollar verdient.

Auch der Ausblick bleibt unter den Erwartungen

Der Großteil der Verluste entfiel dabei auf eine Abschreibung auf den Groupon-Konkurrenten Living Social, den Amazon vor gerade mal zwei Jahren für 175 Millionen Dollar übernommen hatte. Abschreibebedarf: 169 Millionen Dollar. Der Quartalsumsatz zog immerhin um 27 Prozent auf 13,81 Milliarden Dollar an.  Im laufenden Weihnachtsquartal sollen die Geschäfte erwartungsgemäß explodieren.

Dennoch blieb Konzernchef Jeff Bezos mit seinem sehr vagen Ausblick von 20,25 bis 22,75 Milliarden Dollar unter den Erwartungen der Wall Street zurück, die von Erlösen in Höhe von 22,8 Milliarden ausgegangen war. Aktionäre zeigten sich – wie schon so oft in der Vergangenheit – dennoch bemerkenswert gnädig und verringerten das anfängliche Minus im nachbörslichen Handel von acht auf nur noch ein Prozent.   

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