Wagner darf Pauli „durchgeknallt“ nennen

Publishing Die Latexhandschuhe wird Gabriele Pauli wohl nie mehr los: Das Oberlandesgericht München wies am Dienstag die Klage der ehemaligen Fürther Landrätin gegen eine „Post von Wagner“ ab. 2007 hatte das G+J-Magazin Park Avenue eine Fotoserie veröffentlicht, in der die Politikerin mit Lackhandschuhen zu sehen war. Im Zuge dessen bezeichnete Bild-Kolumnist Wagner Pauli als „durchgeknallte Frau”. Die Vorsitzende Richterin sagte laut dpa nun, dass diese Bezeichnung keine Schmähung sei.

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In erster Instanz hatte das Landgericht Traunstein in dem Bild.de-Text noch eine unzulässige Schmähkritik gesehen. Zudem war das Landgericht der Meinung, dass die Bezeichnung „Domina-Posen” nicht von tatsächlichen Fotos gedeckt war. Paulis Forderung nach einer Entschädigung von 5.000 Euro wiesen die Richter damals bereits zurück.
Wagner hatte in seinem Kommentar geschrieben, dass die Fotos klassische Pornografie seien. Dass aber kein Mann eine Frau aus einem Porno-Film lieben würde. Dann fragte er, warum Pauli nach Ihrem Stoiber-Triumph nicht die brave, allein erziehende Mutter geblieben sei? "Warum lassen Sie sich so fotografieren?". Seine Antwort: "Sie sind die frustrierteste Frau, die ich kenne. Ihre Hormone sind dermaßen durcheinander, dass Sie nicht mehr wissen, was was ist. Liebe, Sehnsucht, Orgasmus, Feminismus, Vernunft. Sie sind eine durchgeknallte Frau, aber schieben Sie Ihren Zustand nicht auf uns Männer."
Eine Schmähkritik erkannten die Münchner Richter vom Oberlandesgericht darin nicht, weil sie der Meinung sind, dass der Bild.de-Autor die Aussage („durchgeknallte Frau”) vor dem Hintergrund gemacht habe, dass Pauli vor dem Shooting viele Karrierechancen gehabt hatte und sich somit die Frage stellte, warum macht sie so etwas überhaupt macht.
Laut dpa betonte die heute fraktionslose Landtagsabgeordnete Pauli, dass sie die Veröffentlichung der Bilder für das Magazin Park Avenue so nie gewollt habe: „Aufgrund dieses Artikels, den ich in dieser Weise nie wollte, ist soviel losgetreten worden an Schmähungen, Beleidigungen.”

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