Wie Einfach: die neue Magazin-Marktlücke?

Publishing Nach einer Testausgabe, die im Juni erschien, geht das Magazin Wie Einfach nun deutschlandweit an den Start. Das Blatt ist der erste ernsthafte Versuch, das Rezept der US-Erfolgszeitschrift Real Simple für Deutschland zu adaptieren. Partner des Verlags ist der Stromkonzern E wie Einfach, eine Tochter der E.ON Energie AG. Entsprechend ist auch das Modell hinter Wie Einfach Neuland in der Branche. Das Blatt selber ist stimmig geworden, weil Ansprache und Inhalt zueinander passen.

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Wie Einfach gefällt, weil es nicht vorgibt, mehr zu sein, als es tatsächlich ist. Will heißen: Hier werden auf 130 Seiten kleine Tipps gegeben, wie der Alltag besser gelingen kann. Manchmal sind sie banal, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht hilfreich sein können. Das Blatt ist ansprechend genug, um es auf den Wohnzimmertisch zu legen, die Optik ist aber selten vom üblichen Lifestyle-Chi-Chi-Allerlei durchzogen, sondern meistens schlicht, einfach und unaufgeregt. Die Ansprache des Testheftes, das in einigen Städten bereits im Juni erschien, haben Chefredakteur Michalis Pantelouris und Publisher Wolfgang Block beibehalten.

Hinter Wie Einfach steht die Agentur Philipp und Keuntje, wo Block Mitgeschäftsführer ist, sowie der Verlag Pulse Publishing, in dem u.a. der Lifestyle-Titel Blonde erscheint. Der Stromkonzern E wie Einfach GmbH ist Partner – und taucht mit Ausnahme einer Anzeige im Heft nicht auf. Wie Einfach ist also keine Kundenzeitschrift, aber durchaus ein Marketinginstrument, um das Thema "Einfach" zu besetzen. 120.000 Exemplare werden nun für den Deutschland-Strat bundesweit an die Kioske verteilt, zum Preis von 3 Euro. Das ist ein Aufschlag von 50 Cent gegenüber dem Testheft. Was zeigt, dass die Erstausgabe gut angekommen sein muss.

Website und Facebookauftritt wurden ebenfalls scharf geschaltet. Block und Kollegen wollen eine komplette Marke aufbauen, auch Events, Web-TV und Beratung sind möglich, wenn Wie Einfach 2013 in Serie geht. Neun Ausgaben sollen im kommenden Jahr erscheinen. Das Geschäftsmodell sieht vor, dass Heft und Beiboote in mindestens drei Jahren Geld verdienen.

Im dichten deutschen Zeitschriftenmarkt füllt Wie Einfach in der Positionierung tatsächlich eine kleine Lücke. Im Unterschied zu Landlust sollen die Leser nicht dem Rückzug ins Private frönen, sondern ihren manchmal hektischen Alltag besser meistern. Eine Brücke zwischen diesen Polen schlägt eine andere Zeitschrift, die bereits seit Ende September auf dem Markt ist: The Simple Things. Zum ambitionierten Preis von 4,90 Euro bekommen Leser eine Lizenzausgabe des britischen Titels von Future Publishing. In Deutschland hat die Hannoveraner BPA Sportpresse GmbH den Anlauf gewagt.

Hier lautet der Ansatz: "Genussvoll und zufrieden leben". Allerdings nicht unbedingt in einem Kotten auf dem Land mit Obstbäumen und Pferdeställen nebenan, sondern auch und vor allem in der Stadt. Entschleunigung steht im Mittelpunkt des Konzepts, aber ohne Aussteiger-Attitüde. Das Ergebnis ist durchaus ansprechend gelungen, im Unterschied zu Wie Einfach aber etwas beliebiger in der Positionierung und einen Tick zu geschmäcklerisch.

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