Sido nennt Heinzl einen „Schauspieler“

Fernsehen Nach dem Skandal die Entschuldigung? Am Rand der ORF-Talentshow "Die große Chance" hatte Rapper Sido den österreichischen Moderator Dominic Heinzl geschlagen. Nun zeigt sich der Musiker in der Bild-Zeitung zumindest in Teilen einsichtig. Aber er wirft dem Österreicher auch vor, den Vorfall zu dramatisieren. Derweil wurde bekannt, dass auch Heinzl seine ORF-Sendung verlieren wird. Das habe jedoch nichts mit dem Vorfall bei "Die große Chance" zu tun.

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"Gewalt ist Schrott. Wenn ich mich ungerecht behandelt fühle, raste ich ab einem bestimmten Punkt aus und bin schwer runterzubringen", sagt Sido in der Bild. Und weiter: "Ich habe in den letzten Jahren daran gearbeitet, aber leider ist es noch einmal passiert." Der Ursprung des Konflikts mit Dominic Heinzl liege bereits zwei Jahre zurück, verrät der Rapper: "Heinzl kam auf mich zu, packte mich am Kragen, wollte ein Interview. Da habe ich gesagt: So fasst mich keiner an, bitte gehe mir künftig aus dem Weg. Wenn du mir weiter frech kommst, dann kriegst du eine." 
Seitdem habe der Moderator Sido in seiner Show wiederholt provoziert. Sido habe den ORF gebeten, dafür zu sorgen, dass die beiden einander nicht begegnen. Im Rahmen von "Die große Chance" kam es aber doch zum Aufeinandertreffen, das erst im verbalen Streit und letztlich in einer Handgreiflichkeit des Rappers endete.
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Die sei jedoch nicht annähernd so dramatisch gewesen, wie Heinzl behauptet, sagt Sido gegenüber der Bild: "Als ich ihn getroffen habe, stand er noch. Als ich aus dem Studio ging, fiel er plötzlich hin. Was für ein Schauspieler!" Er habe den Moderator zudem mit der Hand und nicht mit der Faust getroffen.
Für den ORF war die Auseinandersetzung dennoch zu viel. Wie Der Standard berichtet, hat der Sender dem als Juror eingesetzten Sido fristlos gekündigt. ORF­-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner wird mit den Worten "Gewalt ist indiskutabel" zitiert. Sido sagte dazu in der Bild: "Mir ist klar, dass der Sender Gewalt nicht tolerieren kann. Mein Rauswurf war konsequent."
Doch nicht nur Sido wird seine TV-Präsenz beim ORF verlieren. Wie die Kleine Zeitung berichtetwird der Sender den Vertrag für Heinzls TV-Show "Chili" nicht verlängern. Über eine Zusammenarbeit im Rahmen anderer Formate würde noch diskutiert. Ein Zusammenhang zur Auseinandersetzung mit Sido bestehe jedoch nicht. Heinzl ist schon länger auch im ORF umstritten. Er gilt hier bei einigen verantwortlichen als "Nestbeschmutzer", da er sich kritisch gegenüber dem Sender äußerte. Zeitgleich gehört er zu den bestbezahlten Moderatoren Österreichs. Seine tägliche Society-Sendung ist landesweit bekannt. 2007, 2008 und 2009 wurde er Österreichs "Journalist des Jahres" in der Kategorie Unterhaltung.2009 und 2010 erhielt er auch den Österreichischen fernsehpreis "Romy" als beliebtester Moderator.
Es ist im Übrigen nicht das erste Mal, dass Sido im Rahmen der ORF-Talentshow mit einem österreichischem Journalisten aneinander gerät: Im vergangenem Jahr hatte er bereits eine jedoch ausschließlich verbale Auseinandersetzung mit Kronen Zeitung-Kolumnist Michael Jeannée. In deren Nachgang veröffentlichte die Zeitung Jeannées überaus kritische Artikel über Sido, gegen die der Rapper zum Teil auch gerichtlich vorging.

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