„Mega“: Schlüssel zum legalen Daten-Klau?

Publishing Kim Dotcom geht in die Offensive: Das Enfant terrible des Internets gab Pläne für seinen neuen Fillesharing-Dienst bekannt. Der heißt schlicht “Mega” und soll es Behörden künftig unmöglich machen, Razzien auf den Servern durchzuführen und dabei verwertbare Daten zu finden. Nach seinem Freispruch achtet Kim Schmitz, 38, darauf, sich aus dem Visier der Behörden zu halten. Das neue System hat tatsächlich das Potenzial, Ermittlungen wegen Urheberrechtsverletzungen zur Sysiphosarbeit ausarten zu lassen.

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Nein, Mega sei nicht der “riesige Mittelfinger gegen Hollywood und das US-Justizministerium”, und es sei auch nicht ein Relaunch von Megaupload, erklärt Kim Schmitz in der aktuellen Ausgabe der Wired. Liest man in dem Stück allerdings zwischen den Zeilen, scheint sein geplanter Filesharing Dienst “Mega” genau das zu werden. Die Details, die Schmitz im Interview mit dem Tech-Magazin bekanntgab, scheinen eine konsequente Weiterentwicklung des Mega-Upload-Systems, die die alten Fehler ausmerzt. Setzt der Dienst technisch das um, was “Kimble” verspricht, kann keiner der Beteiligten mehr haftbar gemacht werden.

Möglich macht das eine konsequente Verschlüsselung, die schon beim Upload von Inhalten in Kraft tritt. Auf den Servern von Mega befinden sich dann nur verschlüsselte Dateien, die weder von den Betreibern noch eventuell von Behörden ausgelesen werden können. Entschlüsselt wird die Datei dann erst wieder auf dem Rechner des Downloaders. Kim Schmitz und seine Partner wären auf diese Weise in mehrfacher Hinsicht nicht zu belangen: Im Rahmen von Ermittlungen könnten den Betreibern niemand vorwerfen, wissentlich urheberrechtlich geschützte Inhalte zu verbreiten, da Mega nicht über die erforderlichen Schlüssel verfügt. Darüber hinaus wären die Daten bei Beschlagnahmung oder einer Hackerattacke unbrauchbar. Die Entschlüsselung würde viel zu lange dauern.

Um ständige Verfügbarkeit der Daten zu gewährleisten, sollen die Inhalte außerdem immer auf Servern in zwei unterschiedlichen Ländern gehostet werden. Anschließen an das Hostingnetzwerk könnte sich laut Schmitz jeder, der seine Server zur Verfügung stellen will. Schließlich könne man ja nicht belangt werden. Würde dieses System allerdings kompromittiert, etwa durch das Öffentlichwerden von Dekodierschlüsseln, will man den Inhalt umgehend löschen, wenn klar wird, dass es sich um urheberrechtlich geschütztes Material handelt.
Auf der Webseite Kim.com läuft derweil der Countdown für den Start von Mega. Aktuell zeigt die Uhr noch neun Tage an. Auf Twitter gibt sich Kim Dotcom derweil zuversichtlich: "Das neue Mega ist wie logische Poesie. Sieben Jahre Erfahrung, um die ultimative File-Hosting-Lösung zu entwickeln. Ich kann es kaum erwarten." Die Entschuldigung durch Neuseelands Premier John Key dürfte zur guten Laune des 38-Jährigen beitragen haben. Offenbar hatten die Behörden illegalerweise Schmitz und dessen Verwandte abgehört. Die USA prüfen nach etlichen Fehlern im Rahmen der ersten Razzia auf dem Anwesen des Internetmillionärs, ob eine Auslieferung noch möglich ist. Im März 2013 steht die nächste Verhandlung an. 

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