“The Voice”: die Oase guter Unterhaltung

Fernsehen Keine Experimente, dachte man sich bei ProSiebenSat.1 wohl, was “The Voice of Germany” betrifft. Zum Start der zweiten Staffel der Castingshow war alles wie beim ersten Mal. Die Rechnung ging auf: “The Voice” funktioniert auch im zweiten Durchlauf als erwachsene Variante des mittlerweile ungenießbaren “DSDS”-”Superstar”-Klimbims. Tolle, überraschende Kandidaten, eine witzige Jury, bei der die Chemie stimmt, prima Fernsehunterhaltung. Bei “The Voice” hat ProSieben alles richtig gemacht.

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Die zweite Staffel ist ja oft so etwas wie die echte Bewährungsprobe. Die Premiere von “The Voice of Germany” hatte tolle Quoten, berechtigt gute Kritiken und war so etwas wie ein Befreiungsschlag für ProSieben und Sat.1. Hat die Sendung doch gezeigt, dass die Münchner noch große Shows können. Genau wie beim ersten Mal teilen sich auch diesmal wieder die beiden Sender die besonders quotenstarken und spannenden Blind Auditions, bei denen die Jury die Gesangs-Kandidaten nur hören und nicht sehen. Eine Art Quoten Entwicklungshilfe für Sat.1, denn von Machart und Temperatur her wäre “The Voice” eigentlich eine reinrassige ProSieben-Show.

Die Frage war nur: Würde das Konzept von “The Voice” auch beim zweiten Durchlauf funktionieren? Es funktioniert. Und wie. Die Jury mit Rea Garvey, The Boss Hoss, Nena und Xavier Naidoo war diesmal gleich von Beginn an gut aufeinander eingespielt. Beim “Wettkampf” um die besten Kandidaten wurde ordentlich gefrotzelt. Das war zwar alles so halb bis ganz gespielt, hatte aber trotzdem Unterhaltungswert.

Die Kandidaten konnten auch diesmal wieder positiv überraschen. Der Knaller war die Reinigungskraft aus dem Krankenhaus: Eine stinknormale Frau mittleren Alters von der Straße, die bei “The Voice” auf die Bühne ging und losröhrte wie die Reinkarnation von Tina Turner. Nena wird mit der Dame im Team bestimmt noch Spaß haben – und die Zuschauer auch. Denn das ist auch bei der zweiten Staffel von “The Voice” das eigentlich Besondere: was eben NICHT gemacht wird. Die Kandidaten werden nicht vorgeführt, es gibt keine rührseligen Drogen-, Krankheits- oder Knastgeschichten, es wird niemand beleidigt. Die Leute werden ernst genommen und gut behandelt. Trotzdem ist die Show alles andere als langweilig.

ProSieben sollte “The Voice” hegen und pflegen. Das Format ist eine Oase der guten TV-Unterhaltung in der Wüste des Privatfernseh-Programms.

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