Insolvente dapd: Endlich fließen Gehälter

Publishing Am Mittwoch hat der Insolvenzgeschäftsführer der Nachrichtenagentur dapd, Wolf von der Fecht, das Insolvenzgeld für die 299 betroffenen Mitarbeiter angewiesen. Die September-Gehälter landen mit einiger Verzögerung auf den Konten der Kollegen, weil sie noch gar nicht direkt von der Bundesagentur für Arbeit kommen. Währenddessen sagte der SPD-Medienpolitiker Marc Jan Eumann gegenüber MEEDIA: "Mir ist ein qualitativ hochwertiger Anbieter lieber als zwei, die zu wenig zum Leben haben."

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Der SPD-Medienpolitiker und Staatssekretät Eumann, der sich bereits seit Jahren intensiv u.a. mit Nachrichtenagenturen befasst und ein Buch über die Geschichte des Deutschen Presse-Dienstes geschrieben hat, sagte auf Nachfrage gegenüber MEEDIA, es sei kein Geheimnis gewesen, dass mit Agenturjournalismus keine großen Gewinne mehr zu erzielen sind. Der Aspekt der Vielfaltssicherung müsse gegenüber den hohen Investitionen, die der Betrieb einer Vollagentur erfordere, abgewogen werden. Doch der Erhalt der Vielfalt sei gerade auf diesem journalistischen Feld eher ein Luxus.

Die September-Gehälter für die Mitarbeiter der Agentur mussten mithilfe einer Bank vorfinanziert werden. Die bisherigen Eigentümer Peter Löw und Martin Vorderwülbecke gaben darüber hinaus auch Garantiererklärungen "zur Unterstützung des weiteren Insolvenzverfahrens" ab. Die absolute Summe der ausgezahlten Gehälter, die bei jeweils 4.800 Euro gedeckelt sind, nannte das Unternehmen auf Nachfrage nicht. Die Bundesagnetur zahlt erst in dem Augenblick Insolvenzgelder aus, wenn ein Insolvenzverfahren eröffnet wird. Dies ist noch nicht geschehen und wird für den November erwartet.

Alle neu erteilten Aufträge an freie Mitarbeiter seien verbindlich gedeckt, teilte dapd mit. Ansprüche der Freien ebenso "voll gesichert". Auch habe Insolvenzgeschäftsführer Recht eine Vorschussregelung für die Freien erwikt, die "besonders hart betroffen" seien. Erste Zahlungen seien überwiesen.

Bei dapd gilt nun das Motto, das Ruhe erste Mitarbeiterpflicht ist. Die Anweisung der Gehälter wurde per Pressemitteilung von der PR-Agentur Hering Schuppener verbreitet, die seit Anmeldung des Insolvenzverfahrens für die betroffenen Firmen arbeitet. Ebenso verbreitete dapd heute eine Meldung in eigener Sache, in der Vize-Chefredakteur Rolf Westermann sagt: „Wir halten die Produktion in allen Bereichen auf unserem gewohnten Niveau aufrecht und sind nach wie vor auch mit vielen exklusiven Themen und Erklärstücken vertreten.“ Die dapd stehe "unvermindert für Qualitätsjournalismus".

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