Finanzchef grenzt Xing gegen Facebook ab

Comeback nach schweren Wochen: Im Sog des enttäuschenden Facebook-IPOs taumelte auch die Xing-Aktie. Binnen der letzten vier Wochen folgte jedoch eine fast 20-prozentige Kurserholung bis an die 40 Euro-Marke – gerade richtig zur heutigen Übernahme des Vorstandsvorsitzes von Thomas Vollmoeller. Während CFO Ingo Chu zuletzt in der FAS noch einmal versuchte, Xings Geschäftsmodell von Facebook abzugrenzen, bleibt eine Variable offen – eine mögliches Übernahmeangebot Burdas an alle Aktionäre.

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Comeback nach schweren Wochen: Im Sog des enttäuschenden Facebook-IPOs taumelte auch die Xing-Aktie. Binnen der letzten vier Wochen folgte jedoch eine fast 20-prozentige Kurserholung bis an die 40 Euro-Marke – gerade richtig zur heutigen Übernahme des Vorstandsvorsitzes von Thomas Vollmoeller. Während CFO Ingo Chu zuletzt in der FAS noch einmal versuchte, Xings Geschäftsmodell von Facebook abzugrenzen, bleibt eine Variable offen – eine mögliches Übernahmeangebot Burdas an alle Aktionäre. 

Was für einen Unterschied ein Monat machen kann: Bei rund 33 Euro strandete die Xing-Aktie Mitte September auf einem Mehrjahrestief. Für den neuen CEO Thomas Vollmoeller, der heute die Amtsgeschäfte von Stefan Groß-Selbeck übernahm, nicht gerade die besten Vorzeichen.

Tatsächlich hatte die Xing-Aktie in den vergangenen Monaten einen happigen Kursverfall hinter sich: Anfang Juni hatten die Papiere noch bei 45 Euro notiert; Ende April, wenige Wochen dem vermeintlichen Großereignis des Facebook-IPOs, sogar bei knapp 60 Euro, nur wenige Euro vom Allzeithoch aus 2011 entfernt.  

Mitgehangen, mitgefangen: So wie das weltgrößte Social Network in den Monaten vor seinem Börsengang die Stimmung an den Aktienmärkten anheizte, so zog das viertwertvollste Internet-Unternehmen Social Media-Aktien rund um den Globus nach unten. Mittendrin: Xing.

Betonte Abgrenzung von Facebook

Entsprechend bemüht ist man am Hamburger Gänsemarkt inzwischen, sich von Facebook abzugrenzen. "Xing hat ein ganz anderes Geschäftsmodell", diktierte Xing-Finanzvorstand Ingo Chu am Wochenende der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS). "90 Prozent unserer Umsätze basieren nicht auf Werbung – und lassen sich gut auf das mobile Internet übertragen."

So weit ist es schon gekommen: Bloß nicht wie Facebook aussehen, das von Analysten weiter schwer für seine fehlende Mobilfunkstrategie kritisiert wird. "Etwa zwei Drittel unseres Umsatzes kommen aus dem Netzgeschäft", erklärt Chu gegenüber der FAS. "Rund 14 Prozent unserer Nutzer zahlen als Premium-Mitglieder eine Abo-Gebühr. Im E-Recruiting verkaufen wir Stellenanzeigen. Im Eventgeschäft bieten wir Veranstaltern Ticketing-Dienstleistungen an.“

Finanzchef Chu: "Dividende soll kontinuierlich gezahlt werden"

Vor Steuern und Abschreibungen sind im vergangenen Jahr mehr als 22 Millionen Euro angefallen, die die Hamburger im Februar in einer Sonderdividende von 20 Millionen an ihre Aktionäre weitergaben.

An einer regulären, jährlichen Dividende, wie sie dieses Jahr in Höhe von 56 Cents je Aktie im Juni ausgeschüttet, will Xing unterdessen festhalten: "Diese soll kontinuierlich gezahlt werden", erklärt Chu. Für Aktionäre eine gute Nachricht, die allerdings auch längst eingepreist zu sein scheint; in den vergangenen Wochen arbeitete sich die Xing-Aktie wieder auf 39 Euro vor; seit Wochenbeginn passierte indes wenig.

"Der Aktionär": Groß-Investor kann jederzeit an Burda verkaufen

Wie lang Anteilseigner von Xing überhaupt noch Kursbewegungen an der Börse verfolgen können, ist eine ganz andere Frage. Das Anlegermagazin "Der Aktionär" hat in seiner Online-Ausgabe darauf hingewiesen, dass "ein Investor die Option hat, Burda jederzeit 9,58 Prozent der Xing-Aktien zu einem festgelegten Kurs zu veräußern".

Welche Investor das sein könnte, wird aus der Aktionärsstruktur von Ende September indes nicht deutlich – der Fonds Ennismore (5,36 %) und die HVB-Tochter Principal Euqity (5,21 %) sind die größten aufgeführten Einzelaktionäre nach Burda.

Tatsächlich würde aber selbst der Verkauf eines Investors mit etwas mehr als 0,60 Prozent an Xing an Burda reichen, um den Mechanismus eines Übernahmeangebots an alle bestehenden Aktionäre auszulösen. Ein solches sogenanntes Pflichtangebot würde nach dem Überschreiten der 30-Prozentmarke auf Basis der Kurse der letzten drei Monate fällig. Dabei würden Burda die ermäßigten Kursniveaus der vergangenen Monate dann sogar entsprechend in die Hände  spielen.

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