Computer Bild: mehr Meinung und Emotion

Publishing Nach der personellen Rosskur folgt der Heft-Umbau: Am kommenden Samstag erscheint die Computer Bild in einer überarbeiteten Version. Die laut Axel Springer "größte Technikzeitschrift" Europas will sich nun "als Kompass für die digitale Welt" aufstellen. Alle Nachrichten und Storys sollen noch stärker die direkten Auswirkungen auf den Leser untersuchen und "konkrete Handlungsempfehlungen" liefern. So hoffen die Hamburger, ihre Auflage zu stabilisieren.

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In den vier Ressorts "News", "Ratgeber", "Tests" und "Wissen" sollen Reportagen, Ratgeberstücke sowie Tipps und Tricks jetzt "auf unterhaltsame Weise verpackt" werden. Ziel ist es unter anderem, mehr Emotionen und Meinungen ins Blatt zu bringen.
"Technik kann sinnlich und schön sein, Spaß machen, zum Weinen bringen und uns furchtbar aufregen – all diese Facetten bilden wir in der neuen Computer Bild ab und unterstreichen zugleich die Stärken unseres redaktionellen Angebotes", erklärt Axel Telzerow, Chefredakteur der Computer Bild-Gruppe und Herausgeber Computerbild.de. "Wir testen unabhängig, wir schauen den Herstellern auf die Finger und sind nah am Leser".
Auch an seine absolute Kernkompetenz legt der Springer-Titel Hand an und überarbeitet seine Tests. So wird die Kaufberatung nun direkt in die Testtabellen integriert. Zudem wird beim "Lustfaktor" nun auch das Produkterlebnis mit bewertet.
Der Lustfaktor innerhalb der Redaktion dürfte in den vergangenen Monaten eher gering gewesen sein. Die Computer Bild-Gruppe focht seit Anfang des Jahres einen ungewöhnlich harten Kampf um eine Kostensenkung im Personalbereich aus. Das Springer-Management gliederte als Teil des Sparprogramms die meisten Angestellten in eine neue GmbH aus. Nicht alle Redakteure und Reporter waren bereit, die neuen Verträge zu unterzeichnen und lieferten und liefern sich mit der Verlagsspitze einen harten Arbeitskampf.
Vor allem der Kioskverkauf litt unter den schwierigen Produktionsumständen. So verzeichnete der Einzelverkauf im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von acht Prozent. Bei den Abonnenten liegt der Verlust bei zwei Prozent. Die Verluste konnten nur durch eine Steigerung von 171 Prozent bei den Sonstigen Verkäufen aufgefangen werden. Der Gesamtverkauf der Computer Bild lag im zweiten Quartal bei 531.797 Exemplaren. Damit büßten die Hamburger innerhalb von fünf Jahren 22 Prozent ihrer Gesamtauflage ein. 
Grundsätzlich gilt der Markt der Technikzeitschriften allerdings schon länger als schwierig. So knickten die Auflagen einiger Konkurrenten sogar noch deutlicher ein.
Die neue Computer Bild ist ab dem kommenden Samstag nach wie vor in drei Versionen erhältlich: als Magazin-Version ohne Datenträger für 1,50 Euro, als CD-Version für 2,90 Euro und als DVD-Version für 3,90 Euro.

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