Stratos: Red Bull bricht Marketing-Rekorde

Bei all der Begeisterung über den irren Sprung des Felix Baumgartner vom Rand des Weltalls gerät schnell in Vergessenheit, dass hinter der Aktion ein Konzern mit kommerziellem Interesse steht: der Getränkehersteller Red Bull. An seiner Spitze: Dietrich Mateschitz, ein Milliardär mit der Vision eines globalen Unterhaltungssenders. Servus TV holte Traumquoten, im Social Web schrieb der Konzern Geschichte. Der Marketingwert: offenbar im höherstelligen Millionenbereich. Ein Überblick über den Marketingstunt der Österreicher.

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Geschätzte 50 Millionen Euro soll den Getränkehersteller das Unterfangen “Red Bull Stratos” gekostet haben. Eine irre Summe, um einem Extremsportler seinen Traum vom Sprung aus der Stratosphäre zu ermöglichen. Doch das Unternehmen kann trotz der hohen Investitionskosten die Mission als erfolgreich verbuchen. Der YouTube-Kanal zu “Red Bull Stratos” verzeichnete insgesamt über 366 Millionen Abrufe. Allein während des Aufstiegs des 43-Jährigen an den Rand des Weltalls und dem Sprung aus 39 Kilometern Höhe schauten auf YouTube zeitgleich bis zu acht Millionen Nutzer gleichzeitig zu, wie Google am Montag erklärte.
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Die Facebook-Seite zählt mittlerweile 673.000 Fans. Seit dem 2. Oktober explodierten die Likes. Rund 280.000 Nutzer reden derzeit über “Red Bull Stratos”. Auf Twitter beherrschten Red Bull Stratos und Baumgartner die weltweiten Trends. 53.000 Follower hatte die Mission auf Twitter. Auch Servus TV, Red Bulls Sender für die Alpen- und Donauregion, profitierte nachhaltig von der Aktion. Schon beim ersten Startversuch vor wenigen Tagen holte der Sender für seine Verhältnisse Traumquoten. Die erste Live-Sendung holte in Österreich 157.000 Zuschauer ab 12 Jahren und sorgte für einen Marktanteil von 14,4 Prozent. Kurz vor dem Abbruch des ersten Versuchs gegen 19.30 Uhr erreichte ServusTV in der Zielgruppe 12-49 sogar 19,2 Prozent Marktanteil.

Auch bei der Übertragung am Sonntag erzielte ServusTV einen Senderrekord. Die 10-stündige Live-Berichterstattung über die Mission Red Bull Stratos erreichte einen Tagesmarktanteil in der Zielgruppe ab 12 Jahren von 0,7%  und 1,1% bei den 12- bis 49-Jährigen. Der Marktanteil der Live-Sendung ab 12.30 Uhr betrug bei 0,9 % bei den Zuschauern ab 12 Jahren und 1,3 %  bei den 12- 49-Jährigen. Damit erreichte der Sender einen Spitzenwert von 500.000 Zuschauern bei den 12- 49-Jährigen.

Auch Online erreicht ServusTV Rekordzahlen. Über 720.000 Besucher sorgten für über drei Millionen Seitenaufrufe. In der Spitze verfolgten über 154.000 User das Live-Geschehen gleichzeitig im Stream. 32.000 User waren live auf Ihrem Smartphone dabei. Insgesamt wurden über eine Millionen Videos abgerufen.

Schätzungen gehen davon aus, dass Red Bull auf diese Weise einen Marketingeffekt erzielte, der im mehrstelligen Millionenbereich liegt. Gemessen daran, dass Unternehmen mittlerweile für einen kurzen Spot während des Super-Bowl durchschnittlich über drei Millionen Dollar zahlen, eine durchaus realistische Schätzung. Immerhin schaffte es Red Bull mit permanenter Berichterstattung über die eigenen Kanäle, darunter das hauseigene Magazin Red Bulletin, den Sender ServusTV und die internationale Webseite Redbull.com, das Interesse an der Mission über mehrere Monate auf einem hohen Level zu halten. Die Tatsache, dass der vorangegangene Versuch scheiterte, befeuerte allem Anschein nach das Interesse an der Mission umso mehr.
Mateschitz dürfte seiner Vision von einem global funktionierendem Sender einen guten Schritt näher gekommen sein. Mit dieser Aktion dürfte der 68-Jährige der Welt bewiesen haben, dass Red Bull das Zeug zur weltweiten Medienmarke hat. Denn vor allem dank der sozialen Medien ist Red Bull dieser Tage in aller Munde.

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