Was im Kachelmann-Buch geschwärzt wurde

Publishing Jörg Kachelmann und seine Frau Miriam haben auf der Frankfurter Buchmesse ihr Werk "Recht und Gerechtigkeit" vorgestellt. Trotz einer Einstweiligen Verfügung gegen das Buch. Die 40.000 ausgelieferten Exemplare dürfen weiter verkauft werden, auf der Pressekonferenz wurden Exemplare ausgehändigt, in der der Name von Kachelmanns Ex-Geliebter, die ihn wegen Vergewaltigung angezeigt hatte, geschwärzt ist. Ende nächster Woche sollen die korrigierten Exemplare ausgeliefert werden.

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Der Andrang von Kamerateams und Journalisten war groß, aber in dem Konfererenzraum mit dem illustren Namen "Facette" war noch Luft zum Atmen. Kachelmann machte einen entspannten Eindruck, lud einen dpa-Korrespondenten zum ausführlichen Gespräch ein, machte sich über die Frage eines RTL-Journalisten lustig, der sich bei Miriam Kachelmann erkundigte, ob ihr Mann ihr wohl treu bleiben werde. Und er wiederholte seine harte Journalistenschelte, die er und seine Frau auch in dem Buch betreiben. "Ihr habt nichts Vernünftiges schreiben können, weil ihr nicht die Informationen gehabt habt." Sein Anwalt habe im Gegensatz zur Gegenseite "keine Akten geleakt, keine Litigation-PR betrieben".

Kachelmann sagte er würde sich mehr Recherche wünschen: "Wenn ein deutscher Staatsanwalt etwas in eine Kamera sagt, muss das nicht so stimmen." Auch als sich herausgestellt habe, dass er anders als zuvor von interessierter Seite behauptet kein Koks-Konsument sei, sei das Interesse der Medien schnell an diesem Thema erlahmt. 50 Prozent an dem Buch habe seine Frau geschrieben, es sei ihnen beiden "um die Sache, nicht um Emotionen" gegangen; um Menschen, die zu Unrecht einer Straftat beschuldigt werden, zu helfen.

Der Moderator sagte, er sei "zuversichtlich", dass  die Einstweiligen Verfügungen auf Dauer keinen Bestand haben. Auch gegen Kachelmann persönlich liegt ein Beschluss des Landgerichts Mannheim vom 11. Oktober vor, in dem ihm untersagt wird, den Namen der Klägerin zu verbreiten. Kachelmann und seine Anwälte sehen die Ex-Geliebte als Person der relativen Zeitgeschichte, weil die Klägerin der Bunte ein Interview gegeben habe und ihr Name zudem in der Zeitschrift Emma mt vollem Namen genannt worden war. In zwei Wochen könne man darüber sprechen, sagte Verleger Genzler, was der juristische Streit den Verlag gekostet habe. 50.000 Exemplare seien bisher gedruckt worden, 40.000 an den Buchhandel ausgeliefert. Diese dürfen auch weiter verkauft werden.

So sehen die von Hand geschwärzten Seiten des Kachelmann-Buches "Recht und Gerechtigkeit" aus, die auf seiner Pressekonferenz bei der Frankfurter Buchmesse verteilt wurden

In den geschwärzten Exemplaren ist vor allem der Name der Ex-Geliebten getilgt, aber auch der Name ihres Arbeitgebers, für den sie eine Sendung moderiert. Die Bücher mussten von Hand geschwärzt werden, weil sie auf der Buchmesse neu verteilt wurden. Bereits im Handel befindliche Exemplare müssen nicht nachträglich geschwärzt werden. Die schwarzen Marker kamen auf einigen Seiten im Buch sehr häufig zum Einsatz, oft fällt der Klarname der Frau. Aber, sagte Kachelmann: "Wut und Hass haben in dem Buch keinen Platz gehabt." Ein Anwalt der Gegenseite trat auf der Pressekonferenz übrigens, anders als erwartet, nicht in Erscheinung, sondern hatte sich vor der Tür postiert. Er ließ den aktuellen Beschluss des Mannheimer Landgerichts verteilen, der es Kachelmann verbietet, den Klarnamen der ehemaligen Nebenklägerin auch in Interviews zu nennen.

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