Anwaltskrieg um Kachelmann-Buch

Publishing Die juristischen Auseinandersetzungen rund um das Buch “Recht und Gerechtigkeit” von Jörg Kachelmann nehmen zu. Kachelmanns Ex-Geliebte hat bereits eine Einstweilige Verfügung gegen den Verlag durchgesetzt, weil sie mit Klarnamen im Buch genannt wird. Nun haben ihre Anwälte auch noch eine Verfügung gegen Kachelmann persönlich erwirkt. Die Schwetzinger Zeitung hat angekündigt, den Verlag wegen unwahrer Tatsachenbehauptungen im Buch abzumahnen.

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Aber das sind noch lange nicht alle juristischen Verfahren im Nachgang des Kachelmann-Prozesses. Alice Schwarzer geht juristisch im Hauptsacheverfahren gegen eine Verfügung vor, die Kachelmann gegen eine Glosse in ihrer Zeitschrift Emma erwirkt hat. Und Kachelmann selbst will über seine Anwälte rund 37.000 Euro Honorar von seinem ersten Anwalt im Prozess, Reinhard Birkenstock, zurück. Das sagte der SWR-Moderator Wolfgang Heim am gestrigen Donnerstag in der SWR1-Talksendung “Leute”.

Dort war Kachelmann zusammen mit seiner Frau Miriam zu Gast und auch dort nannte er die Nebenklägerin in dem spektakulären Vergewaltigungsprozess erneut bei vollem Namen. In später verbreiteten Mitschnitten der Live-Sendung ließ der SWR den Namen dann auspiepsen. Außerdem bezeichnete Kachelmann die Frau als “Kriminelle aus Schwetzingen”.

Kachelmann erklärte während der Sendung, er sehe kein Problem darin, den vollen Namen der Nebenklägerin zu nennen, da der Name auch bereits in Emma genannt worden sei und auch vom Landgericht Mannheim am Tag der Urteilsverkündung öffentlich gemacht wurde. Zudem habe sich die Nebenklägerin seitenweise in der Zeitschrift Bunte ablichten lassen. “Es wird eine Sache der Gerichte sein, das zu beurteilen”, so Kachelmann im SWR.

Nun reiht sich auch noch die Schwetzinger Zeitung in die Reihe derer, sich sich mit Jörg Kachelmann juristisch befassen. Die Zeitung berichtet, dass die Kanzlei Zipper & Collegen, die die Nebenklägerin vertritt, wegen des SWR-Interviews eine weitere Einstweilige Verfügung gegen Jörg Kachelmann persönlich erwirkt habe. Er dürfe nun den vollen Namen der Nebenklägerin auch in Interviews nicht mehr nennen. Die neue EV soll Kachelmann am heutigen Freitag zugestellt werden.

Die Schwetzinger Zeitung kündigt in dem Artikel an, auch selbst den Verlag Random House, zu dem Heyne gehört, abmahnen zu wollen. Grund sind angeblich unwahre Tatsachenbehauptungen im Kachelmann-Buch. So werde in “Recht und Gerechtigkeit” u.a. behauptet, dass ein Redakteur der Schwetzinger Zeitung Mitglied im Sportverein TV Schwetzingen ist, was nicht stimme. Auch eine “Bildlöschaktion” der Schwetzinger Zeitung, von der Kachelmann berichte, habe nie stattgefunden. Gerade der hintere Buchteil stecke voller falscher Tatsachenbehauptungen, so die Schwetzinger Zeitung. Und weiter: “Bei der Lektüre fällt auf, dass die Kachelmanns einen Art Erlebnisbericht verfasst haben, der nicht sonderlich gut lektoriert ist.”

Am heutigen Freitag will der Heyne-Verlag das Kachelmann-Buch “Recht und Gerechtigkeit” auf der Frankfurter Buchmesse im Rahmen einer Pressekonferenz vorstellen. Es könnte ein interessanter Termin werden.

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