DJV kritisiert G+J für Doppel-Chefredaktion

Publishing Christian Krug löst bei Gruner + Jahr den langjährigen Gala-Chefredakteur Peter Lewandowski ab. Der Verlag bestätigte gestern, die Personalie, die MEEDIA bereits im September meldete. Was einige bei G+J überraschte war die Ansage, dass Krug seine bisherige Funktion als Chefredakteur des Lufthansa-Kundenmagazins behält. Der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken kritisiert diese Doppelrolle. Sie habe Auswirkungen auf die journalistische Unabhängigkeit.

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“Eine Kundenzeitschrift ist ein PR-Medium”, so Michael Konken, der Vorsitzende des Deutschen Journalisten Verbandes, “die Unabhängigkeit in seiner Tätigkeit bei der Gala ist nicht mehr möglich.” Es sei nicht mehr garantiert, dass redaktionelle Veröffentlichungen “durch private oder geschäftliche Interessen Dritter, hier der Lufthansa,  nicht beeinflusst werden”, so Konken weiter.

Bereits die zahlreichen Chefredaktionen, die Stephan Schäfer bei G+J auf sich vereint, sorgten verlagsintern für einigen Diskussionsstoff. Schäfer führt als Chefredakteur bei Gruner + Jahr die Titel Brigitte, Schöner Wohnen, Essen & Trinken, Couch und Häuser. Das alte Verlagsprinzip, dass ein Chefredakteur für einen Titel steht, ist offensichtlich Schnee von gestern. Aber Multi-Chef Schäfer betreut immerhin ausschließlich Publikumszeitschriften.
Neu ist die Doppelfunktion eines Chefredakteurs bei einer Publikumszeitschrift und Corporate-Titeln bei G+J indes nicht. Klaus Liedtke, Krugs Vorgänger als Editorial Director beim LH-Magazin, führte auch die deutsche Ausgabe des National Geographic als Chefredakteur und Jan Spielhagen, Chefredakteur des Foodtitels Beef! kümmert sich als Chef außerdem um DB Mobil.

Laut Verlag soll Krug zusammen mit Gala-Digital-Chef Gregor Poniewasz vor allem die “Verzahnung von Print und Digital” bei der People-Zeitschrift voranbringen.

Nachtrag: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass die Doppelrolle von Christian Krug als Chef eines Publikumstitels und einer Kundenzeitschrift bei G+J eine "neue Qualität" bedeute. Dies war falsch. Tatsächlich haben schon zuvor Chefredakteure bei G+J Publikumstitel und Kundenzeitschriften in Personalunion betreut. Wir haben das entsprechend korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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