Facebook: Promoted Posts gegen Geld

Es ist soweit: Facebook hat mit dem Rollout seines umstrittenen Features "Promoted Posts" in den USA begonnen. Nutzer können damit die Wahrnehmung ihrer Status-Updates im News Feed erhöhen – für bis zu 7 Dollar pro Post. Mark Zuckerberg geht damit volles Risiko: In der Vergangenheit hatte das weltgrößte Social Network immer wieder betont, kostenfrei zu bleiben - nun ist Facebook über Nacht zum Freemium-Angebot geworden. Der Aufschrei auf bezahlte Statusmeldungen erscheint vorprogrammiert.

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Es ist soweit: Facebook hat mit dem Rollout seines umstrittenen Features "Promoted Posts" in den USA begonnen. Nutzer können damit die Wahrnehmung ihrer Status-Updates im News Feed erhöhen – für bis zu 7 Dollar pro Post. Mark Zuckerberg geht damit volles Risiko: In der Vergangenheit hatte das weltgrößte Social Network immer wieder betont, kostenfrei zu bleiben – nun ist Facebook über Nacht zum Freemium-Angebot geworden. Der Aufschrei auf bezahlte Statusmeldungen erscheint vorprogrammiert. 

Das Ärgernis ist bekannt: Man bekommt kaum noch mit, was auf Facebook so posten – zu schnell zieht der Nachrichtenstrom weiter oder zu selektiv filtert der Algorithmus EdgeRank. Nur 12 bis 16 Prozent der Freunde nehmen überhaupt wahr, wenn ein Status-Update im News-Feed erscheint, berichtet TechCrunch.

Die Lösung: Gegen Bares wird die Statusmeldung nun länger oben im News-Feed gehalten, so dass die Sichtbarkeit deutlich erhöht wird. "Make sure your friends this", animierte Facebook ausgewählte Mitglieder in Neuseeland oder der Türkei bereits im Mai. 3,8 Mal mehr Freunde würde ein "Promoted Post" dann erreichen.
Promoted Posts: Umsatz könnte verdoppelt werden
In den USA wurde das Feature am Sonntag nun ausgerollt. Der Preis der gesteigerten virtuellen Präsenz im weltgrößten sozialen Netzwerk: Bis zu 7 Dollar pro Statusmeldungen, wie das Blog The Verge berichtet – in Europa kursierten im Mai sogar Preise bis zu zehn Euro. 
Angesichts des schlingernden Aktienkurses und der immer weiter verebbenden Wachstumsrate bei Umsatz und Gewinne erscheint die Suche nach zusätzlichen Erlösquellen nur allzu nachvollziehbar. "Facebook macht alles, was sie können, um neue Umsätze zu generieren", findet der Business Insider. TechCrunch hat nachgerechnet: "Facebook könnte damit fast den Umsatz pro Nutzer verdoppeln, wenn jeder Nutzer in den USA eine Statusmeldung pro Jahr bewirbt", so das US-Techportal.  
"Wenn Facebook nicht aufpasst, könnten die Promoted Posts Nutzer vergraulen"
Doch es bleibt die Frage, ob Mark Zuckerberg für seine plötzliche Monetarisierung von Facebook nicht imagemäßig einen hohen Preis zahlt. "Facebook ist und bleibt kostenlos", begrüßt das weltgrößte soziale Netzwerk neue Mitglieder bei der Registrierung. Doch die Nutzung könnte nun eben doch kostenpflichtig werden. "Facebook ist plötzlich ein Freemium-Angebot", stellt das US-Blog Mashable fest.
Letztlich drohen die virtuellen Freunde mit der Einführung der Preisschere in eine Zwei-Klassengesellschaften geteilt zu werden, wie TechCrunch anmerkt:  "Wenn Facebook nicht aufpasst, könnten die Promoted Posts weniger zahlungskräftige Nutzer vergraulen", mutmaßt das US-Techblog
Für welche Art von privaten Posts würden Nutzer zahlen? 
Und wie würden promotete Posts überhaupt angenommen? Eine Verlobung oder die Vermietung der Wohnung zur Weltreise zu bewerben, scheint naheliegend. Aber wie sähe es aus, wenn die ersten Bilder vom ausgepackten iPhone 5 zusätzlich beworben werden, um Likes zu erhaschen? Oder Partybilder vom Wochenende? Drückt das Bewerben von Posts dann nicht mehr über den bewerbenden Poster als über den beworbenen Post aus?
Wie auch immer: Die nächsten erhitzten Diskussion dürften Facebook sicher sein. Pete Cashmore hat sie bereits eröffnet. "Ich bin mir nicht sicher, ob mir das gefällt", schrieb der Mashable-Gründer in sein Statusupdate. Ohne dafür zu bezahlen.  

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