„Ein Gute-Laune-Koala, dem nichts heilig ist“

Fernsehen Dirk Bach ist am Montagnachmittag überraschend verstorben. Kollegen und Vertreter der Presse suchen nach Worten, um das Werk des vielseitigen Medienmenschen zu würdigen. Er war Comedian, Moderator, Schauspieler und Synchronsprecher. Er war aber auch der "wandelnde Kugelblitz", einer der "Franz Kafka so solide wie Walter Moers" las und "der großzügig über die Schwächen anderer hinwegsah". Einig scheint man sich beim Nachruf auf den 51-Jährigen: "Er war zum Komiker geboren."

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Marianne Kolarik für Zeit Online: "Dass er Anfang Dezember in Berlin als Der kleine König Dezember von Axel Hacke auftreten und darin den Satz sagen sollte: ‚Und wer tot ist, wird ein Stern‘, ist kein Trost für den Verlust eines Menschen, der großzügig über die Schwächen anderer hinwegsah – und über sich selber am lautesten lachen konnte."

Thomas Schmoll für stern.de: "Dirk Bach war ein Schelm und liebte das Verschmitzte. Er beherrschte die hohe Kunst, einen geschmacklosen Witz zu machen, ohne dass dieser als platter Kalauer rüberkam. Das machte das Schwergewicht zum bestmöglichen ‚Dschungelcamp‘-Moderator."

Holger Kreitling für Welt Online: "Ein wandelnder Kugelblitz. Ein Komödianten-Urmel. Eine dicke, sagen wir es offen, eine fette Praline, Marke Rumkugel, bloß ohne Rum. Ein Gute-Laune-Koala, dem nichts heilig ist, der alles auf die Schippe nimmt, was bei drei nicht auf den Bäumen ist, besonders wenn es Urwaldbäume sind."

Arno Frank für Spiegel Online
: "Für Hörbücher las er Franz Kafka so solide wie Walter Moers. Der konnte das, hoch und tief, tragisch und komisch, schrill und leise. Die Memoiren dieses trashtauglichen Künstlers hätte man gern gelesen."

Elmar Kraushaar für Frankfurter Rundschau: "Ob er sich denn wohlfühle in seinem Körper, wurde er einmal gefragt. ‚Ja, ich fühle mich wohl, weil ich glaube, dass mein Körper so sein soll. Das Runde passt zu mir.‘ Einer wie er war zum Komiker geboren, auch wenn ihm das nicht immer gefiel. Denn seine Karriere hatte er ganz anders gestartet."

Martina Kaden für B.Z.: "Dirk Bach wird nie mehr zurück sein. Der Komiker aus Köln ist tot, das 168 Zentimeter kleine, kugelrunde Tönnchen, geliebt als Fernsehvater Lukas, gefürchtet als Frechschnauze im ‚Dschungelcamp‘. Tot. Einfach so. Mit 51 Jahren."

Frank Preuß für DerWesten: "Wie Hallervorden hat das Fernsehen auch Dirk Bach umgekrempelt, hat der Erfolg mit Krawallformaten der Privatsender wie ‚Ich bin ein Star – holt mich hier raus‘ manches von den Qualitäten verschüttet, die Bach auf der Bühne zweifellos besaß: Noch 1990 brachte ihm sein Kabarett-Programm ‚Edgar‘ einen Kleinkunstpreis. In Erinnerung freilich bleibt Dirk Bach als kalauernder Dompteur der madenfressenden C-Prominenz, die sich im Dschungelcamp zur Gaudi der Massen zum Affen machte."
Hans Hoff für die Süddeutsche Zeitung: "Im Januar soll das nächste Dschungelcamp bei RTL laufen. Es wird ohne Dicki auskommen müssen. Erst dann werden die Menschen wirklich merken, was sie an Dirk Bach hatten."

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