Dirk Bach: der kleine große Komiker

Fernsehen Mit vielem ist zu rechnen im Schaugeschäft. Damit, dass man Dirk Bach im Alter von 51 Jahren tot in einem Appartment in Berlin finden würde, war nicht zu rechnen. Joni Mitchell sang in “Big Yellow Taxi”: Don't it always seem to go; That you don't know what you've got; 'Til it's gone”. “Scheint es nicht immer so zu sein, dass man nicht weiß, was man hatte, bis es weg ist.” So ist es wohl auch mit dem kleinen großen Komiker Dirk Bach. Wie sehr er fehlt, beginnen wir erst zu merken. Ein Nachruf.

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Ja, Dirk Bach konnte wohl auch ernste Rollen. Er war Theaterschauspieler, exzellenter Hörbuch-Vorleser (Terry Pratchett!), Musical-Darsteller (“Kein Pardon”) und nicht zuletzt Dschungelshow-Conferencier bei RTL an der Seite von Sonja Zietlow. Vielleicht klingt es ein bisschen zu banal, ihn jetzt, nach seinem plötzlichen Tod, auf diese Rolle festzunageln, aber als Präsentator der Dschungelshow “Ich bin ein Star – holt mich hier raus!” schien er die Rolle seines Lebens gefunden zu haben.

Nicht vorstellbar, dass jemand anderes als Dirk Bach rosa Tropenhelme mit aufgeklebtem Viehzeug mit solcher Würde und Grandezza tragen könnte. Die ziselierten Moderationen der Dschungelshow machten Bach und Zietlow zu kleinen Ironie-Kunstwerken. Mit feinem Mienenspiel und großer Geste. Dirk Bach ist in der Dschungelshow unersetzbar. Ob es ohne ihn überhaupt eine Fortsetzung geben kann, muss man sehen. Es wird aber nicht mehr dieselbe Show sein.

In den Interviews, die Dirk Bach zur Dschungelshow gab, konnte man immer auch etwas über ihn als Mensch lernen. Da zeigte sich, dass da einer nachdenkt über das was er sagt und tut, dass da jemand ist, der über den Medienzirkus reflektiert. Und dass er bei all den zynischen Sprüchen der Show eben doch kein Zyniker geworden ist. Man muss auch gar nicht alle seine Filme und Serienepisoden toll oder lustig finden, um ihn als Person zu schätzen. Dirk Bach hat mehr als einmal auch wirklich grauenhaften Quatsch gemacht. Übel nehmen konnte man ihm das nie.

Am gestrigen Montag moderierte seine RTL-Kollegin Birgit Schrowange ihre “extra”-Sendung live mit der Nachricht seines Todes ab. Ihre Stimme zitterte, ihr standen die Tränen in den Augen. Es gibt im Showbiz und im Leben manchmal Leute, die muss man einfach mögen. Dirk Bach war so einer. Wir werden erst noch merken, wie sehr er dem deutschen Showgeschäft fehlt. Und allen, die ihn kannten und schätzten.

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