Google-Ranking: SpOn und Süddeutsche top

Publishing Mit häufigen Weiterentwicklungen der Algorithmen versucht Google, seine Suche ständig weiter zu entwickeln, relevanter zu machen. Anbieter von seriösem, relevantem Content sollen dabei profitieren - also theoretisch auch Nachrichten-Websites. Doch gelingt Google das auch? MEEDIA hat mit Hilfe aktueller Zahlen des Suchmaschinen-Tool-Anbieters Sistrix nachgeschaut. Das Ergebnis: Die meisten News-Sites gewinnen, doch es gibt auch Verlierer. Die größten Profiteure waren in den vergangenen Monaten Spiegel Online und Süddeutsche.de.

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Um 36,4% hat Spiegel Online seine Sichtbarkeit laut Sistrix im vergangenen Jahr steigern können – von 314 Punkten auf 428. Zur Ermittlung dieser Zahlen überprüft Sistrix einmal pro Woche die jeweils ersten 100 Google-Ergebnisse für rund eine Viertel Million Suchbegriffe. Der aus diesen 25 Mio. Daten errechnete Indexwert bezieht die Platzierung einer Domain in den Ergebnissen und die Popularität eines Suchbegriffs mit ein. Ist also eine Website bei populären Suchen weit oben platziert, steigt ihr Sichtbarkeitsindex relativ gesehen schneller an, als wenn sie bei weniger populären Suchen weit oben oder bei populären Suchen auf den Plätzen 90 oder 100 vertreten ist.

Spiegel Online zog damit im Vergleich zum Mai, als wir zum bisher letzten Mal auf die Daten schauten, an den SEO-Profis von Focus Online vorbei. Obwohl sich SpOn also deutlich weniger um das Thema Suchmaschinenoptimierung kümmert, hat sich hier die populärere, für die meisten wohl relevantere Nachrichten-Website durchgesetzt – eine Tatsache, die für die Google-Änderungen spricht. Auch ein anderer SEO-Experte konnte sich relativ gesehen weniger deutlich verbessern als gewünscht: Welt Online gewann zwar 18,7% an Sichtbarkeit hinzu, doch Konkurrent Süddeutsche.de legte um satte 54,5% zu und findet sich nun vor Welt Online auf Platz 4. Auch Bild.de scheint auf Rang 3 nicht mehr allzu weit entfernt.

Einen Indexwert von mehr als 100 besitzen noch stern.de und Zeit Online, dahinter werden die Zahlen schnell deutlich kleiner. RP Online und tagesspiegel.de kommen auf den Rängen 9 und 10 beispielsweise nur auf rund ein Zehntel der SpOn-Sichtbarkeit. Apropos RP Online: Die Düsseldorfer gehören zu den fünf Google-Verlierern der aktuellen Top-25-Websites. Um 19,4% sank die Sichtbarkeit in den Suchergebnissen laut Sistrix. Ebenfalls nach unten ging es für FTD.de, tagesschau.de, die Berliner Morgenpost und die Wirtschaftswoche. Die Gründe für die Verluste dürften dabei sehr unterschiedlich sein und nicht automatisch damit zu tun haben, dass Google die fünf Websites nun als weniger relevant ansieht. Relaunches könnten bei der FTD und der Wirtschaftswoche eine Rolle spielen, bei tagesschau.de die Tatsache, dass ständig Inhalte depubliziert werden müssen – und bei RP Online und der Berliner Morgenpost vielleicht SEO-Maßnahmen, die früher besser funktioniert haben als jetzt.

Prozentual gesehen ging es in der ersten Hälfte der Top 50 für einige Angebote noch deutlicher nach oben als für Spiegel und Süddeutsche: news.de verbesserte sich beispielsweise um 255,0%, nachdem man im August 2011 für rund ein halbes Jahr extrem in der Gunst Googles gesunken war, Express.de steigerte sich um 159,6% und die Frankfurter Rundschau um 86,4%. Auch ausländische Nachrichten-Websites können in der deutschen Google-Suche punkten: Die Daily Mail aus England beispielsweise.

Auf den Plätzen 26 bis 50 folgen fünf weitere Sichtbarkeits-Verlierer: Die B.Z. aus Berlin büßte gleich 23,5% ein, N24.de 21,2% und auch der Kölner Stadt-Anzeiger, myheimat.de und die New York Times verloren Sichtbarkeit in der deutschen Google-Suche. Deutlich nach oben ging es hier hingegen für die Berliner Zeitung und die Abendzeitung München – in beiden Fällen liegt das vor allem daran, dass man noch nicht lang mit den Domains berliner-zeitung.de und abendzeitung-muenchen.de arbeitet – die Sichtbarkeit wird daher erst langsam größer. Bis 2011 besaßen berlinonline.de und abendzeitung.de, die ehemaligen Adressen der beiden Anbieter, eine noch größere Sichtbarkeit.

Der wohl größte Verlierer unter den Nachrichten-Angeboten findet sich übrigens längst nicht mehr in der Top 50: heute.de verlor in den vergangenen 12 Monaten 73,4% seiner Sichtbarkeit. Neben dem Depublizierungs-Problem, das auch tagesschau.de zu Schaffen macht, dürfte hier auch der Relaunch eine Rolle spielen, der in Sachen Suchmaschinenauffindbarkeit ein Desaster für heute.de war. Als der Relaunch Ende April stattfand, rauschte heute.de in kurzer Zeit von einem Sichtbarkeitsindex von 10 auf einen Wert von unter 4. Mittlerweile ist die Website mit 2,56 Punkten auf Rang 86 angelangt, wird bei Google schlechter gefunden als die Heilbronner Stimme oder der Donaukurier.

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