Diese Wulffs – zwei irre Pechvögel a.D.

Publishing Wenn es nicht schon echte Pläne gäbe, man müsste die Geschichte der Wulffs glatt verfilmen. Allerdings nicht von Event-Kasper Nico Hofmann. Es kann nur einen geben, der aus der unvergleichlichen Pannen und Peinlichkeitsserie von “diesen Wulffs” Filmstoff machen kann: “Kult”-Regisseur Dieter Wedel. Der Mann, der schon “Die Affäre Semmeling” ins ZDF brachte. MEEDIA hat dem “Kult”-Regisseur den Gefallen getan und schon mal den Handlungsablauf für den ersten Sechsteiler “Diese Wulffs” grob skizziert.

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Diese Wulffs – Folge 1 “Hinterm Rubikon geht’s weiter”

Familien- und Staatsoberhaupt C.Wulff ist auf dem Zenith seiner Macht. Er befindet sich auf Dienstreise in Arabien und ist gerade auf dem Weg zum Emir, als er Unschönes erfährt: Die böse Bild-Zeitung will einen Artikel über die herrlich verrückte Finanzierung seines Klinkerhäuschens in Großburgwedel veröffentlichen. Schnell ruft er beim Bild-Chef an und knödelt dem auf die Mailbox (“Für meine Frau und mich ist der Rubikon überschritten.”). Blöderweise kommt der Artikel trotzdem. Der Pannen-Präsi ist geboren.

Diese Wulffs – Folge 2 “Bargeld lacht”

Pannen-Präsi Wulff im Dauerstress. Erst ein Fernsehinterview mit einem alten Uhu und einer miesepetrigen Frau, die Freunden eine Handvoll Bares für Übernachtungen abknöpft. Dann viel, viel negative Presse. Ja, was soll er denn noch machen!? Schließlich mokiert sich die Schweinepresse darüber, dass er eine Hotelrechnung bei seinem schillernden Filmproduzentenfreund (“Die drei Räuber”) in bar bezahlt hat. Dabei hat das die miesepetrige Frau aus dem Fernseher doch auch gemacht! Menno! Der Pannen-Präsi versteht die Welt nicht mehr. Immer tiefer wühlt die Schweinepresse. Er soll sich Luxuskarossen (Skoda Yeti) erschnorrt haben. Er soll für lau bei armen Leuten im Emsland oder so ähnlich genächtigt haben (hätte er mal besser bar gezahlt!). Er soll mit einem Firmen-Handy seines schillernden Filmfreundes (“Der Wixxer”) telefoniert haben. Den duldsamen Mannheimer Staatsanwälten platzt der Kragen. Nach dieser Kachelmann-Kiste haben sie wieder alle Hände frei. Nachdem er von seinem Auftritt als jonglierender Gaukler bei einer Historical-Reenactment-Show zurück ist, nimmt Staatsanwalt “LT” Oltrogge Ermittlungen auf. (Anmerkung: Es handelt sich hierbei um einen dramaturgischen “Kniff” von “Kult”-Regisseur Wedel die Affäre Kachelmann mit der Affäre Wulff zu verknüpfen.)

Diese Wulffs – Folge 3  “Rücktritt ist besser als Nachtritt”

Die Sache mit der Staatsanwaltschaft ist der Tropfen auf den heißen Stein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Pannen-Präsi Wulff muss endlich zurücktreten, will aber nicht nachtreten. Dabei könnte er ja ausrutschen und auf die Fresse fliegen. Bildlich gesprochen. Mit dürren Worten verabschiedet er sich aus Amt und Würden. Seien Frau hält bewusst Abstand. Das politische Parkett, es ist verdammt glatt. Direkt im Anschluss folgt der große Zapfenstreich mit allem Piff und Paff. Hoch emotionale Szene. Doch Wulff wäre nicht Wulff, würde er nicht auch noch aus dieser Nummer einen schöne Rabatt rausholen: Statt drei Songs beim Zapfenstreich hätte er gerne vier. “Over the Rainbow” als Dreingabe. Bitteschön! Er ist schon ein Fuchs, der Wulff.

Diese Wulffs – Folge 4 “Willkommen in der Diaspora”

Diese Wulffs sind endlich raus aus dem grellen Licht der Scheinwerfer und machen es sich gemütlich in ihrem Kleinbürger-Idyll, inkl. Gartenschlauch. Aber das Drama ist noch lange nicht zu Ende. Die Öffentlichkeit, der Mob giert nach neuen, irren Eskapaden des Pannen-Präsis. Die Presse will verzweifelt, den Massengeschmack zu bedienen. Sie versucht mit Schlagzeilen wie “Wulff guckt Fußball”. “Wulff hat abgenommen”. “Wulff hat ne’ neue … Brille”. Nichts zündet. Das hat zu wenig Pepp. Das ist zu wenig Panne. Nicht peinlich genug. Nur die Wulffs selbst können so richtig gepflegt vom Dreimeterbrett mit Anlauf jedes noch so kleine Fettnäpfchen springen. Es wird Zeit, dass die Ex-Präsidenten der Journaille noch einmal zeigt, wie es richtig geht.

Diese Wulffs – Folge 5 “Betty schlägt zu”

Diesmal darf Ex-Präsidentengattin Bettina dran. Sie verfasst mit Hilfe einer stadtbekannten Journalistin (“25 Wege, sich an seinem Ex zu rächen.Und andere Kleinigkeiten, die den Abschied leichter machen”) das Büchlein “Jenseits des Protokolls” – ein kalkulierter Bestseller inkl. Tatoo auf dem Umschlag, gepflegtem Ehemann-Bashing im Innenteil und ganz viel Rotlicht-Gerüchten (81%). Es werden ca. 7 Exklusiv-Interviews geführt (Stern, Bunte, Gala, Spektrum der Wissenschaft). Doch in letzter Sekunde geht alles mal wieder total schief. Ausgerechnet die Brigitte entscheidet sich, lieber das Reiz-Thema “Stricken” aufs Cover zu nehmen (“Lust auf Stricken”). Internet-Menschen veröffentlichen unterdessen nicht enden wollende Hass-Rezensionen zu ihrem Buch bei Amazon. Die Presse zerreißt sich das Maul. Alle wenden sich ab. Diese Wulff haben es mal wieder gezeigt. “Mission accomplished” (George W. Bush). Die geplante Zugabe in Form einer Talkshow-Tour ist nicht mehr nötig, die Auftritte werden abgesagt.

Diese Wulffs Folge 6 “Ganz unten”
Ein Internet-Spaßvogel stellt eine Gratis-Kopie von “Jenseits des Protokoll” ins Web und veröffentlicht dazu die Privatadresse und Telefonnummer der Wulffs in Großburgwedel. Das Schurkenstück ist Ergebnis einer knallharten Telefonbuch-Recherche. Der Verlag schäumt. Bettys Memoiren gratis im Netz – so hatte man die Rechnung nicht gemacht. Immerhin flossen angeblich 60.000 Euro Vorschuss – wahrscheinlich sogar in bar! Kurz danach die schreckliche Gewissheit: Die Verkaufszahlen von Bettys Buch sacken ab. Und Teil 2 von “Shades of Grey” kommt auch bald raus. Allein das Mediennachrichten-Magazin Titanic hält Bettina Wulff die Treue und hievt sie noch einmal aufs Cover. Als wäre das alles nicht schrecklich genug, müssen sich diese Wulffs auch noch den Spott von USA-Dauerurlauber und Teilzeit Bild-Boss Kai D. gefallen lassen. Der twitterte aus Palo Alto: “What a great working-space! Btw: company is called rubicon…wasn’t there something in my former life about rubicon??”

Angeblich plant “Kult”-Regisseur Dieter Wedel (“Der König von St. Pauli”) schon eine Fortsetzung von “Diese Wulffs” (Drehbuch: Marie Funder). Die Drehbücher wurden mit verplombten Lkws aus Köln herausgeschafft. Nur soviel ist bekannt: In einer der ersten neuen Folgen soll sich ein älterer Mann mit Kraushaar-Perücke und brauner Schuhcreme im Gesicht in Großburgwedel als “Hausdiener”-einschleichen. Näheres dazu später bei RTL und im Zeit-Magazin.

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