Presserat rügt Titanic für Papst-Cover

Publishing Der heilige Stuhl hatte seine Klage gegen das Titanic-Cover zurückgezogen. Der Presserat dagegen beschäftigte sich mit dem Titelbild, und kam zu dem Schluss, dass die Darstellung, „die Papst Benedikt XVI. als inkontinent und mit Fäkalien beschmiert“ zeigt, „entwürdigend und ehrverletzend“ sei. Deshalb sprach der Beschwerdeausschuss 1 des Deutschen Presserats eine Rüge gegen die Satirezeitschrift aus. Insgesamt 182 Beschwerden lagen den Medienwächtern hierzu vor.

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„Zwar hat Satire die Freiheit, Kritik an gesellschaftlichen Vorgängen mit den ihr eigenen Stilmitteln wie Übertreibung und Ironie darzustellen. Im vorliegenden Fall wurde die Grenze der Meinungsfreiheit jedoch überschritten“, heißt es in der Erklärung der Berliner. Sie sahen keinen Sachbezug zur Rolle des Papstes in der „Vatileaks“-Affäre. „Die Person Joseph Ratzinger wird von Titanic als „undichte Stelle“ tituliert und durch die befleckte Soutane der Lächerlichkeit preis gegeben. Dies ist nicht mehr von der Meinungsfreiheit gedeckt“.

Zuvor hatte sich der Presserat bereits mit der heftig kritisierten Kolumne von Franz-Josef Wagner zur Homo-Ehe beschäftigt. Dieser Text vom 23. August, wurde als legitime Meinungsäußerung gewertet. Dabei handle sich laut Tagesspiegel "um eine kritische Positionierung, die man nicht teilen muss, die aber vom Recht auf freie Meinungsfreiheit gedeckt ist". Zu Wagners Beitrag waren 70 Beschwerden beim Presserat eingegangen.

In den meisten der eingegangenen Beschwerden wurde Wagner eine Verletzung des Diskriminierungsverbots im Pressekodex vorgeworfen. Dem schloss sich der Presserat jedoch nicht an. Eine Diskriminierung sehe man als "nicht gegeben".

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